Das Handwerk schafft sich ab! Selbstzerstörung vom feinsten…

Was ist nur aus unserem Handwerk geworden. Ich gebe zu ich kann „nur“ für das Malerhandwerk sprechen, weiß jedoch von Kollegen aus anderen Branchen dass es dort teilweise nicht anders läuft. Doch was ist eigentlich passiert?

 

Eine Situation die fast täglich meinen Alltag bestimmt. Eine Situation die wir Handwerker selber heraufbeschworen haben. Eine Situation in der man sich manchmal schon hinterfragen sollte, wo das noch alles hinführen soll.

 

Ich komme gerade von einem Besichtigungstermin. Ein renommierter Professor aus Regensburg möchte seine Praxis gestrichen haben. Soweit erst Mal nichts Außergewöhnliches. Mit einer freundlichen Empfangsdame werden alle zu bearbeitenden Zimmer besichtigt, aufgemessen und die anstehenden Arbeiten detailliert besprochen.

Nach ca. 1 Stunde ist alles aufgenommen und es kommt zu einem typischen Dialog:

 

Kunde: Was kostet es denn ungefähr?

Alex Baumer: Das kann ich Ihnen noch nicht genau sagen, dafür muss ich das Aufmaß erst ausarbeiten und die einzelne Positionen kalkulieren.

K: Ja wissen Sie, wir haben nämlich schon 2 Angebote und der Professor will den Auftrag an den günstigsten vergeben!

B: Dann kann ich mir wohl die Arbeit sparen, da wir selten die Günstigsten sind aber wenn ich fragen darf, wo liegt denn aktuell der günstigste Preis?

K: Warten Sie ich schau mal nach….

 

Die nette Dame geht also zurück in ihr Büro und ich habe ein paar Momente für mich. Ich überlege. 12 Zimmer, Küche, Empfangsbereich, Toiletten, ein großer Gang, teilweise stark verschmutzt, alles möbliert und vereinzelt Teppichböden was das Abdecken erschwert bzw. ein noch saubereres Arbeiten voraussetzt. Ich kalkuliere also im Kopf mal meine Kosten durch und rechne zusammen.

Ich komme auf ca. 7 bis 8.000,- € netto

 

Kaum bin ich fertig mit meiner groben Kostenschätzung, kommt auch schon die nette Dame mit dem Angebot des „Mitbewerbers“!

 

Was ich dann sehe, ist leider immer wieder traurige Realität.

 

Mein „Kollege“, ein gestandener Malermeisterbetrieb mit deutlich längerer Tradition als ich sie habe, bietet diese Arbeiten für 1.200,- € netto an. Eintausendzweihundert ja richtig…

 

K: Herr Baumer können Sie da drunter anbieten, machen Sie uns einen guten Preis?

B: Liebe Frau K. für wen einen guten Preis? Für Ihren Chef oder für mich? Selbst wenn ich könnte, würde ich das nicht tun. Wie ist es denn bei Ihrem Chef. Ich möchte ausschließlich Chefarztbehandlung aber nur den Praktikanten zahlen, geht das?

  1. Natürlich nicht.

B: Na sehen Sie, wenn Ihr Professor meine Qualität wertschätzen würde, würde er nicht so mit meiner Zeit umgehen. Für so jemanden will ich nicht arbeiten. Auf Wiedersehen.

In solchen Situationen platzt mir der Kragen und ich muss mich wirklich zusammenreißen.

 

Was ist aus uns Handwerkern geworden?

Beliebig austauschbare Erfüllungsgehilfen, die darum betteln einen Auftrag zu bekommen!

Opfer eines Ausschreibungssystems von Behörden und Architekten, in dem nur das billigste Angebot zählt und nicht die angebotene Qualität! Das alles dient dem Bauherren und dem Architekten aber nicht uns Handwerkern. Und was machen wir? Wir unterbieten und unterbieten und unterbieten! Rabatte wie bei Hiendl oder Ikea werden da aufgerufen, unfassbar! Wie kann man 10 % Rabatt geben, wenn man nur mit 10-15 % Gewinn kalkuliert?

Ach ja genau, man lässt einfach eine oder mehrere Leistungen weg, merkt schon keiner!

Was ist mit unserer Tradition passiert, mit dem Stolz der früheren Tage?

 

Ohne uns Handwerker würden wir alle noch in Höhlen leben. Sicherlich ist so ein Lagerfeuer romantisch aber unsere Heizung will doch keiner missen oder?

Wir Handwerker werden gebraucht und zwar täglich! Ohne uns würde nichts gehen!

Warum lassen wir uns dies nicht entsprechend bezahlen?

Mit das Schlimmste an dieser Situation ist jedoch in meinen Augen folgendes.

 

 

Genau dieser Malerkollege und auch viele andere, sitzen dann beim Großhändler beim Kaffee trinken und jammern und meckern… „wieder nix verdient!“ „ich arbeite und reiß mir den Ar.. auf und es bleibt nix über!“ „die Kunden zahlen immer weniger und schlechter!“

Anstatt zu überlegen was der Grund dafür ist, wird nur gemeckert und das nächste Mal wieder günstiger angeboten. Man braucht ja Arbeit. Schwachsinn!

Es ist genügend Arbeit da. Überall boomt die Bauwirtschaft. Alle verdienen sich daran eine goldene Nase, nur nicht wir Handwerker die diese ganzen Projekte erst möglich machen.

(übrigens auch unser OB aber das ist ein anderes Thema ;-))

 

Wir stehen auf wenn sich andere nochmal gemütlich umdrehen, müssen harte, körperliche Arbeit über 8, 10 oder 12 Stunden täglich verrichten. Andere jammern über eine 36 Stunden Woche! Die haben wir bis Mittwoch locker voll. Dann kommt aber noch der Donnerstag, Freitag und bei vielen der Samstag und Sonntag denn das Büro muss ja auch irgendwann gemacht werden.

 

Das Handwerk muss endlich aufwachen oder glauben wir wirklich unsere Kunden würden nicht mehr für unsere Leistung bezahlen? Natürlich würden sie, aber sie müssen eben nicht.

Weil es immer einen gibt der etwas noch günstiger anbietet.

Mal ehrlich, wenn ich zum Autohändler gehe und bekomme für das gleiche Auto zwei unterschiedliche Preise, ist das günstigere Angebot doch immer irgendwie interessanter.

Das ist menschlich und absolut normal. Wenn jedoch das Auto überall gleich kostet, entscheiden Dinge wie Sympathie, Qualität, Zuverlässigkeit über einen Auftrag und eben nicht der Preis.

 

Um gleich etwas Luft rauszunehmen. Dies soll kein Aufruf zur exorbitanten Preiserhöhung werden. ABER

Unsere Industrie macht es uns doch vor. Jedes Jahr gibt es eine Preiserhöhung. Früher kam das Anschreiben, das wegen der Ölkrise alles teurer wird. Ich habe das Gefühl dieser Text wird jedes Jahr einfach beliebig ausgetauscht.

Und wir Handwerker? Wir werden jedes Jahr billiger, habe ich das Gefühl.

Ich habe Rechnungen von einem Malerbetrieb gesehen, der hat für einen zweifachen Anstrich einer Fassade vor 10 Jahren, 16,-  €/m² bekommen!! Aktuell kann man in Regensburg froh sein, wenn man 7 €/m² bekommt und da muss man schon gut argumentieren gegen unsere 4,20€ Kollegen.

Aber ist ja klar: alles wird teurer, dann müssen wenigsten wir billiger werden. * nochmal Ironie.

Stundenlohnarbeiten für 30 € ??? Wie soll das gehen? Für einen Lehrling vielleicht, ja. Ein Facharbeiter? Wer heute unter 45,- € verlangt hat den Schuss nicht gehört.

 

Stellt Euch vor, Ihr würdet das doppelte für Eure Leistungen verlangen!

Bei meinem Kollegen aus dem Beispiel würde es sogar da noch eng werden aber bei manch anderem wäre das doch sicherlich interessant. Gleiche Anzahl an Stunden, doppelter Umsatz. Wir reden hier nicht von Gewinn.

Da würde sogar mal Zeit bleiben am Freitag das Büro fertig zu machen und das Wochenende mit der Familie zu genießen… Mancher wird sich gerade denken, stimmt da war noch was mit Familie und so… nach 70-80 Stunden in der Woche, kann man aber auch wirklich mal was vergessen *und nochmal Ironie.

Wir sind selber für unsere Preisgestaltung verantwortlich! Es gibt keinen, der uns vorschreibt was eine Handwerksleistung kosten darf! Den Marktpreis machen wir selber!

 

Aktuell machen wir ihn und uns alle kaputt.

 

Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben und sicherlich auch das eine oder andere Buch darüber schreiben. Dafür habe ich aktuell aber noch keine Zeit, weil mich die schlechte Preispolitik zurück auf die Baustelle ruft.

 

Vielleicht konnte ich den einen oder anderen dazu motivieren, mit seiner Arbeit sogar Geld zu verdienen. Klingt verrückt oder…

Kein Geld können wir auch ohne Arbeit verdienen.

 

Liebe Leser, vielen Dank für eure Zeit und bis demnächst,

 

Euer nachdenklicher Alexander Baumer

 

Da dieser Beitrag bisschen emotional ist, möchte ich hier noch klarstellen dass ich niemanden persönlich angreifen möchte. Jeder kann das lesen oder eben auch nicht. Ich werde mit meinem Betrieb sicher andere Wege gehen, den für mich einzig richtigen. Wer geht diese Weg mit?
Wer weiß, vielleicht sieht das der eine oder andere Kollege auch so, dann hat sich dieser Beitrag schon gelohnt.

104 Antworten

  1. Vielen Dank für diese Worte! Lass uns gemeinsam dagegen angehen- Du sprichst mir aus der Seele! Viele Grüße Thomas Engler
    • Alexander Baumer
      Ich marschiere gerne vorne weg! Es wird Zeit das sich was ändert. Wer das nicht erkannt hat, sollte seinen Laden zusperren und wieder als Angestellter arbeiten. Bin gespannt auf die nächsten Wochen und Monate und was noch so alles passiert. Der Anfang ist gemacht. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
      • Guten Morgen Kollege Baumer, erst einmal vorweg, Sie haben absolut recht. Nur und jetzt beginnt das Dilemma...diese Dikussion kenne ich nun schon seit Jahrzehnten... sicherlich immer wieder etwas abgewandelt... aber im Prinzip ist es stets das Gleiche. Auch wir müssen uns immer wieder tagtäglich diesen Situationen stellen, wo man uns erklärt, dass wir viel zu teuer sind...(Apothekerpreise...) Ein typisch deutsches Problem? Der Deutsche mit seiner Angst zu viel zu bezahlen... angestachelt vom Slogan GEIZ IST GEIL...wobei das nur falsch geschrieben ist.. .denn es müsste ja GEIST IST GEIL richtig heißen. Der Verbraucher ist der Meinung und da wird er immer wieder durch die Medien dazu motiviert, alles ist vergleichbar. Alle Bäcker, alle Metzger, alle Ärzte und alle Menschen???! Aber gleichzeitig bewerten wir Ärtze etc. im Internet...alles wiederum Widersprüche in sich... Grundsätzlich gilt doch: Unser Leistungen kann man immer nur vergleichen, wenn sie ausgeführt sind. Wer nach Preis entscheidet, bekommt nur das, wofür er bezahlt, denn schenken tut einem keiner was! Ich gebe zu, kenne keine Patentrezepte dagegen... und wer dringend Arbeit braucht, erliegt oft der Versuchung standhaft zu bleiben... dennoch habe ich für uns entschieden, wir haben unseren Preis und der Kunde erhält dafür eine tolle Leistung, die zur Weiterempfehlung motiviert. Klingt jetzt pathetisch... aber ich kenne keine andere Lösung. Ich versuche stets, dieser unsäglichen Vergleichbarkeit mich zu entziehen... und ehrlich, es ist äußerst mühsam und anstrengend... und nicht immer von Erfolg gekrönt... und ich muss mich immer wieder auch nach Nackenschlägen motivieren.. .aber es bleibt dabei: Gutes Handwerk (das ja der Kunde stets sucht...) hat seinen Preis. Basta!! Und wer dies nicht akzeptieren kann, ist nicht unser Kunde. Gerne können wir uns telefonisch (die Kontaktdaten sind ja bekannt, ansonst googeln) über diese Thema ausführlicher unterhalten. Ihnen kann ich nur wünschen, gehen Sie Ihren Weg. Und wer hat eigentlich gesagt, dass die Wege immer geteert und ohne Steigungen und Kurven sein müssen? Lassen Sie sich Ihr Brennen bitte nicht nehmen... suchen Sie sich Ihren Acker, auf dem Sie Ihre Saat auswerfen... und Sie werden es erleben. Man erntet immer das, was man gesät hat. Es grüsst gerne und herzlich kollegial von Haus zu Haus Erwin Schröter
        • Alexander Baumer
          Lieber Kollege Schröter, wow was soll ich sagen. Erstmal vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Ihr Kommentar trifft zu 100% zu. Die "Pflicht" Aufträge zu generieren ist wohl das größte Gift für uns alle. Ich muss doch einen Auftrag an Land ziehen auch wenn der Preis schlecht ist. Sie treffen in allen Punkten meine Gedanken. Es ist wahnsinnig schwierig den richtigen Weg zu finden und zu gehen. Ich glaube ich habe meinen nun gefunden. Mit der Spezialisierung auf hochwertige Gestaltungen können wir uns sehr gut abheben und machen uns so nicht vergleichbar. Wie Sie schon schreiben ist der Weg definitiv nicht geteert. Ich würde meinen, eine Achterbahnfahrt trifft es sehr gut. ABER ich bleibe dran und werde weiter Gas geben. Über einen kollegialen Austausch würde ich mich sehr freuen. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
          • Danke Kollege Baumer für Ihre Antwort. Gerne können wir unsere Kontaktaufnahme starten... habe gerade festgestellt, dass Sie wohl kein Innungsmitglied sind. Denn sonst hätte ich Ihnen unsere Testauswertung unseres letzten Testes mal so als Überraschung geschickt. Vielleicht haben Sie auch bereits von uns (Werkstoffausschuss der M+L-Innung Stuttgart und Ludwigsburg) in der Mappe und der Maler- und Lackierermeister gelesen? Denn seit gut fast 4 Jahrzehnten engagiere ich mich in der Innung und für unseren wunderbaren Beruf. Dort habe ich durch großartige Kollegen Kollegialität gelernt und lebe sie bis zum heutigen Tag. Sicherlich ist auch der Tatsache geschuldet, dass mein Lebensglück einfach war, dass ich in die Zeit gebohren wurde, wo auch diese tollen Kollegen wirken und wirkten. Ja es gibt sie - diese Kollegen und die gelebte Kollegialität. Aber es ist wie immer: Wer nicht gibt, bekommt auch nicht... Also lassen wir es angehen, freue mich auf unseren persönlichen Kontakt. Es grüßt gerne mit abendlichen kollegialen Grüßen ERwin Schröter t
      • Super Blog! Toller Artikel, vielen Dank! Ich bin Elektromeister, in unserem Gewerk ist es jedoch genau das selbe. Wir lassen uns die Preise von der Konkurrenz aber nicht mehr kaputt machen. Wir haben uns komplett aus dem Neubausektor zurück gezogen und den Betrieb verkleinert und neu ausgerichtet. Ich bin bei 47,50 € netto. Wenn ein Neukunde nur ein Vergleich braucht sage ich von mir aus sofort ab. Und wenn Kunden sagen, ich habe einen der macht das für die Hälfte, dann sage ich- bitteschön, viel Erfolg mit dem. Es funktioniert heute nur mit der Ausrichtung des Betriebs, bedienen von Hochpreissektoren, Aufstellung im Netz und entsprechende Fotos. Mit diesen Veränderungen haben wir von 2012 bis 2016 den Jahresumsatz verdoppelt, wie auch dem Gewinn fast verdreifacht. Schaut nicht auf die Teller der anderen, das habt Ihr längst bezahlt. Bei uns läufts, die Auftragsbücher sind schon jetzt bis Ende 2017 voll mit schönen Sachen und ich fliege mit meiner Familie jetzt 4 Wochen nach Süd Afrika. Es kann auch klappen Jungs! Ich wünsche euch allen ein gutes Jahr und viel Erfolg
        • Alexander Baumer
          Super Kommentar, vielen Dank dafür. Genau so ist es richtig. Wir machen unsere Preise nicht unsere Kunden. Ich kann dem Porschehändler auch nicht sagen was ich für den Porsche zahlen will. Ich bin mit meinem kleinen Betrieb auch auf diesem Weg unterwegs. Leider hat es ein paar Jahre und einige schlechte Erfahrungen gebraucht um das zu erkennen. Aber lieber spät als nie! 4 Wochen Süd Afrika, da bin ich bisschen neidisch... aber so muss das sein... Viel Spaß im Urlaub !!! Ich freue mich auf einen informativen Austausch unter gleichgesinnten und wünsche Ihnen alles Gute. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
      • Super Blog! Toller Artikel, vielen Dank! Ich bin Elektromeister, in unserem Gewerk ist es jedoch genau das selbe. Wir lassen uns die Preise von der Konkurrenz aber nicht mehr kaputt machen. Wir haben uns komplett aus dem Neubausektor zurück gezogen und den Betrieb verkleinert und neu ausgerichtet. Ich bin bei 47,50 € netto. Wenn ein Neukunde nur ein Vergleich braucht sage ich von mir aus sofort ab. Und wenn Kunden sagen, ich habe einen der macht das für die Hälfte, dann sage ich- bitteschön, viel Erfolg mit dem. Es funktioniert heute nur mit der Ausrichtung des Betriebs, bedienen von Hochpreissektoren, Aufstellung im Netz und entsprechende Fotos. Mit diesen Veränderungen haben wir von 2012 bis 2016 den Jahresumsatz verdoppelt, wie auch dem Gewinn fast verdreifacht. Schaut nicht auf die Teller der anderen, das habt Ihr längst bezahlt. Bei uns läufts, die Auftragsbücher sind schon jetzt bis Ende 2017 voll mit schönen Sachen und ich fliege mit meiner Familie jetzt 4 Wochen nach Süd Afrika. Es kann auch klappen Jungs! Ich wünsche euch allen ein gutes Jahr und viel Erfolg
      • Ja fas kenne ich aus unserer Branche auch, viele der ganz billigen sind da mittlerweile vim Markt. Ich mache den Kunden jedoch nicht dafür verantwortlich. Es liegt ja an einem selbst und oft hört man die prämisse der Auftragserteilung schon in den ersten 30 sekunden des Gespräches und man kann reagieren. Ich mache meinen Kunden von vorneherein klar das ich ordentliche Arbeit abliefere, da kann ich auch nicht immer der billigste sein.
      • Guten Tag Herr Baumer, Erst einmal möchte ich mich vorstellen, ich bin die Frau eines Malermeisters und bekomme natürlich alles Hautnah mit. Natürlich gebe ich Ihnen in allen Punkten Recht nur liegt das Problem nicht nur an uns selbst sondern die Preise wurden auch durch die Öffnung der Grenzen zerstört sondern auch durch die Handwerksreform und die Förderung der Ich Ag und ein Euro Jober all das setzt einheimische Betriebe zusätzlich in Not.Auch Jeder der nur einen Nagel in die Wand schlagen kann konnte sich im dem Gewerke selbsstaendig machen. Zwar heist es immer noch es waere ein Meister notwendig dies ist in meinen Augen ein Witz.Was uns fehlt ist ein Lobby wir duerfen zwar bezahlen aber gerade kleinbetriebe werden nicht fuer voll genommen obwohl wir zusammen nicht gerade wenige sind aber leider Einzelkaempfer sind. Dies ist in anderen Gewerke nicht so gravierend und wir machen sogar die Aufwendigsten Angebote umsonst kein Wunder,das sich viele Kunden Angebote in mass geben lassen.Auch kommt noch hinzu das wir global Arbeiten sollen aber die Kosten im Binnenmarkt bezahlen müssen. All das kann nicht funktionieren denn gerade wir können gar nicht mehr Konkurrenz faehig sein Wir sind nur noch eine Lachnummer und man wird nicht mehr fuer voll genommen aber leider ist keiner bereit fuer diesen eigentlich schönen Beruf einzustehen der viel Wissen und Können bedarf.Aber ich habe mich mit der Geschichte auseinander gesetzt und habe viel darueber gelernt und war auch entsetzt.Solange wir nichts unternehmen wird es irgendwann keine mehr geben Ich koennte noch viel mehr schreiben aber das wäre zu viel.mfg
        • Alexander Baumer
          Hallo Frau Koch, vielen Dank für Ihr Feedback. Ja ich gebe Ihnen Recht. Die Politik hat hier schon entscheidend dazu beigetragen um das Handwerk in diese Situation zu bringen. Jedoch werden wir die Politik nicht ändern können. Wie sagt Konrad Adenauer bereits: " Wenn wahlen etwas bringen würden, würde es Sie nicht geben!" Also was bleibt uns? Wir müssen das ändern was wir ändern können. Das ist zum einen unser eigenes Image aufzupolieren und die Wertigkeiten des Handwerks in den Vordergrund stellen. Es wird immer billigere Anbieter geben jedoch nicht in spezialisierten Bereichen. Der "normale" Maler der weiße Wände streicht ist so sehr vergleich- und austauschbar. Langfristig werden diese Arbeiten für Meisterbetriebe komplett wegfallen, zumindest wenn man Geld mit seiner Arbeit verdienen will. Es geht nur noch um die Spezialisierung. Wenn man als Spezialist für eine Leistung gesehen wird kann man auch deutlich mehr Geld verlangen. Das schöne an der aktuellen Situation ist doch, dass es nicht viel braucht um sich abzuheben. Ein sauberes Auftreten, Freundlichkeit un dein bisschen über den Tellerrand schauen reicht heute meist schon. Ich bin gespannt wo wir in 5 oder 10 Jahren stehen. Es gilt jetzt die Weichen zu stellen. VG und alles Gute auch an Ihren Mann...
          • Guten Tag Herr Baumer, vielen Dank für Ihre Nachricht und habe mir viele Kommentare durchgelesen. Aber erst einmal muss ich Ihnen doch schreiben das mein Mann sich sehr wohl abhebt denn unsere Kunden sind schon seit Jahren uns treu und bezahlen auch die Leistungen auch haben wir uns spezialisiert aber trotz allem mussten auch wir feststellen das es keine Regeln mehr gibt und dies ist auch so gewollt wie schon gesagt. Dieses Thema können wir nur zusammen ausrichten und nicht nur durch Jammern dies habe ich schon von Anfang an mit denjenigen die das Verursacht haben getan aber alleine geht es nun einmal nicht.MFG
    • Ich bin gelernte Damen Schneiderin wie es sich gehört gelernt im Handwerk ,mein Handwerk wurde kaputt gemacht durch die Änderungsschneider die das Handwerk nicht gelernt haben müssen nur nähen können .Meine Kunden schätzen das Handwerk die ganzen Geschäfte die hochwertige teure Kleidung , in der Stadt wo ich meinen Betrieb habe ,verkaufen arbeiten mit Änderung Schneider.Traurig Traurig Traurig
    • Hallo Hr. Baumer! Schön dass sie dass so sagen. Leider haben wir Arbeiter oder auch Handwerker immer noch nicht begriffen, dass wir zusammen halten sollten. In keiner anderen Branche bekämpft man sich gegenseitig so wie im Handwerk. Leider begreifen die meisten das nicht.
    • Vielen Dank für die ehrlichen Worte! Mir als Innenarchitektin schmeckt dieser Preiskampf auch nicht. Ich lehne Bauleitung ab, wenn solche Dumpingpreise aufgerufen werden. Und wenn die Leute es dann selber machen, stellen sie fest, dass ihre Ansprüche nicht von dem Dumpingpreis Ausführenden erfüllt werden und sie Aufpreise zahlen müssen. Ich erkläre die Angebote und Werthaltigkeit meiner Maler. Meist bekommen diese dann auch den Auftrag. Nur gegen polnische Preise und die Qualität dieser Arbeit kommen deutsche oft nicht an. Das führt dazu, dass die Architekten Polen für die Grund Arbeit auf der Baustelle nehmen und ich mit dem Spezialisten Team nur noch die sichtbarer fein arbeiten ausführen darf. Ich kann aber auch verstehen, das diese Arbeit Knochen Arbeit ist und nicht gut bezahlt wird und nicht viele Jugendliche diese Ausbildung machen wollen, sitzen doch im Großhandel die Auszubildenden bei höheren Gehalt entspannt am Tisch und telefonieren mal ein wenig Leider wird ein Handwerker nicht gut genug in Deutschland bezahlt, aber es werden hohe Anforderungen gestellt. Das kann ich nicht ändern, nur jeden einzelnen Kunden darauf aufmerksam machen diese Arbeit zu schätzen und dementsprechend zu bezahlen. Viele meiner Kunden tun das gerne und schätzen mein Maler Team auch als Menschen. Und für alle anderen arbeite ich nicht mehr. Und wenn ich einen Auftrag abgelehnt habe, kommt ein paar Tage später ein noch besserer um die Ecke! Das wünsche ich allen Handwerker, dass sie sich selbst und ihre Arbeit schätzen und nur Menschen in ihr Leben ziehen, die das auch tun.
    • Hallo Herr Baumer, ca.9 Jahre arbeitete ich in einem Verband für das Landmaschinen-Handwerk als Fachreferent und Technischer Berater. Dort haben wir auf den Mitgliederversammlungen dieses Thema immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Selbst die Kollegen untereinander waren sich nicht einig darüber mal den Stundenverrechnungssatz um ein paar Euro zu erhöhen und lachten mich sogar aus. Manchmal kam aber trotzdem eine Werkstatt auf mich zu und bedankte sich bei mir, da sie den Satz um 3 Euro erhöhte und sich niemand beschwerte. Wichtig ist auch, dass die Betriebe jedes Jahr kontinuierlich ihren Stundenverrechnungssatz erhöhen. Das trauen sich leider auch nur die wenigsten Betriebe zu Ich kann also nur den Tipp geben dieses Thema in den Versammlungen immer und immer wieder an zu sprechen. Denn stetig Wasser höhlt den Stein. Viele Grüße A. Bazlen
    • Leider beschreiben Sie die Realität. Nach meiner Beobachtung gibt es dafür jedoch zugrundeliegende Anlässe und Voraussetzungen, die sich nicht durch das Verhalten der Handwerker erklären lassen. In meiner Jugend habe ich von den amerikanischen Besatzungssoldaten gehört, dass handwerkliche Leistungen im privaten und häuslichen Bereich, in Amerika fast ausschließlich selbst vorgenommen werden. Weitgehend unbekannt waren dort Handwerksbetriebe aller Art. Um den Bedarf an Material zu befriedigen, gab es dort so gen. Baumärkte, wo man Werkzeuge und die benötigten Materialien kaufen konnte. Nun, das ist schon lange her, aber trotzdem - dämmert es? Die Folge einer derartigen Entwicklung liegen auf der Hand: Qualitätsverlust in allen Bereichen. Die Erfüllung eines Renovierungswunsches, kostete den Doityourself-Handwerker sicherlich sehr viel weniger, als wenn er einen Fachmann damit beauftragt hätte. Im Allgemeinen legt man bei seinen eigenen Leistungen lockere Maßstäbe an als wenn man dafür bezahlen muss, aber es hat in den meisten Fällen einen Qualitätsverlust zur Folge. Was nach wie vor aber mit der gleichen Strenge beurteilt wird, sind die Kosten. Und so ist es nich weiter verwunderlich, dass die Betrachtung der Kostensituation, allmählich den der Qualitätsbeurteilung einnahm. Unterdessen entwickelten sich auch bei und die Baumärkte prächtig. Die Folgen habe ich beschrieben. Besonders Gewerke mit relativ geringen Einstanskosten, leiden ganz besonders. Stellvertretend nenne ich nur einmal zwei: Die Friseure und die Maler. Aber es haben auch andere Bereiche darunter zu leiden, man muss nur einmal hinsehen. Dieses Problem, verursacht durch übermächtige Kaufhausketten und die typisch deutsche Art alles kritiklos nachzuäffen was aus Amerika kommt, hat zu schlimmen wirtschaftlichen Problemen, ganzer Handwerksbereiche geführt. Dazu kommen nich industrielle Entwicklungen, der boomende Warenaustausch mit fernen Billiglohn-Ländern. Ich führe meinen Handwerksbetrieb am Ende dieses Monats nun ganze 50 Jahre, kann also eine gewisse, bestimmt repräsentative Zeitspanne überblicken uns stelle betrübt fest, dass es noch nie schwieriger war als selbständiger Handwerker seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Vor allem dann, wenn man weder im Sicherheitsbereich, noch im Gesundheitsbereich tätig ist und auch die Dreiecksgeschäfte mit den Versicherungen nicht nutzen kann. Die Veramerikanisierung unseres Lebens hat auch das Beurteilungsvermögen und den Geschmack der Menschen verändert. Eine wirklich erstklassige, handwerklich-künstlerische Leistung wird heute eher verspottet als anerkannt. Beispiele sind die wunderschönen Bahnhöfe der Russischen U-Bahnen, die absolut einmalig hergerichteten Bauwerke, beispielsweise in Petersburg oder Moskau. Man hört eher abfällige, spöttische Bemerkungen hierüber, als anerkennende Beurteilungen. Was also tun? Die Antwort ist schwierig. Das deutsche Handwerk sollte sich seiner Fähigkeiten bewusster werden und sich nicht um jeden Preis andienen wollen. Ich persönlich habe den Kurs, auch mit Hilfe meines Sohnes und der bei uns tätigen Mitarbeiter, korrigiert. Wir haben modernisiert, haben in die Mitarbeiterschulung investiert was irgendwie möglich war. Wir haben unsere Nische gefunden, im Bereich der Arbeiten die von den Branchengrößen weder lohnend, noch qualitativ zufriedenstellend gemacht werden können. Wir liefern sogar die sprichwörtlichen karierten Maiglöckchen, wenn es denn sein muss - aber nicht zum Dumpingpreis! Dafür jedoch in einer Qualität und in Bereichen, wo andere nicht zu finden sind. Ein langer, teurer, schwieriger Weg, gepflastert mit harten und spitzen Steinen. Aber er hat sich gelohnt. Das Schöne ist dabei, dass es immer besser geht, dass sich Leistungen auch herum sprechen, dass man immer besser gerüstet an die Probleme herangeht. Das Schöne dabei ist, dass es wieder Spaß macht, auch wenn die Bäume bekanntlich nicht in den Himmel wachsen!
    • Kollege du sprichst mir als 3-facher Handwerksmeister in 2 völlig unterschiedlichen Branchen aus meiner tiefsten Seele!!!!
    • Ein guter Artikel Herr Baumer! Denken Sie mal an die Landwirte, die produzieren Ihre Waren, geben Sie dann an einen Verkäufer (Milch.- Fleischwirtschaft etc.), lassen die Waren von denen dann zu einem Spottpreis verkaufen, produzieren noch mehr und noch mehr und bekommen immer weniger von "Ihrem" Verkäufer! Da sind wir Handwerker ja noch gut dran, wir verkaufen noch selber. Vielzuviele leider vielzu schlecht. Ich weiß..... Und ehrlich gesagt tappe auch ich hin und wieder in diese Falle. Meistens dann wenn ich nervös werde meine Leute nicht beschäftigen zu können. Aber die meiste Zeit kann ich mich aus diesen Preiskämpfen raushalten. Ich hoffe Sie auch. Mit besten Grüßen Christian Hieble
  2. Ganz hervorragend formuliert! Herrlich zu lesen, weil ich jeden Satz unterschreiben kann. Ich muss jedoch sagen, dass die wirklich guten Handwerker bald nicht mehr zu bezahlen sind und wir in ein paar Jahren Stundensätze sehen werden, die netto weit über 70€, in Worten siebzig Euro, liegen werden. Das Schöne ist, dass wir uns selbst selektieren werden. Die Kollegen, die wie Herr Baumer arbeiten, werden noch Jahre existieren, weil sie es verstanden haben ;-) "Wer billig kauft, kauft zweimal"! Das sollten sich auch einmal alle die vor Augen halten, die Geld genug haben und nicht jeden Euro umdrehen müssen John Rushkin lässt grüßen ;-) Weiterhin viel ERFOLG mit vernünftiger Arbeit. HERZliche Grüße und weiter so! Michael Hechler
    • Alexander Baumer
      Guten Abend Herr Hechler, vielen Dank für Ihr Feedback. Ich hoffe das mein neuer Weg der richtige ist, bin davon aber zu 100% überzeugt. Was wir machen, machen wir richtig gut und das muss eben auch entsprechend bezahlt werden. Billig machen dann die Anderen und auch das ist gut so. Ich bin gespannt wo mich mein Weg noch hinführt. Er ist auf jeden Fall sehr steinig aber ich hoffe es lohnt sich. Beste Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
      • Guten Abend Herr Baumer. So wirklich neu ist Ihr Weg, angemessen für seine Leistung bezahlt zu werden, nicht. Der neue Weg ist, aber wahrscheinlich als ein alter empfunden, das Sie die Möglichkeit haben, abseits der institutionellen Handwerkervertretung Einfluss zu nehmen auf den Markt. Durch Veröffentlichungen, Meinungsbildung, Solidargemeinschaften schaffen usw. Alles Dinge, die die sozialen Medien eben zu dem machen, wozu sie am Besten geeignet sind, eben sozial zu agieren, auf die Geselschaft bezogen handeln. Auch wenn es erstmal nur das Handwerk ist. Aber was wäre unsere Gesellschaft ohne das Handwerk. Weiter so.
        • Alexander Baumer
          Guten Abend und vielen Dank für Ihren Kommentar. Natürlich ist der Weg nicht neu. Industrie und Handel machen dies schon immer. Nur im Handwerk kommt das nicht an. Ein Kunde kauft sich einen BMW für 90.000 € aber der Kfz´ler der das Auto repariert und in Schuss hält, der darf/soll nichts verdienen. Es ist in unserer Gesellschaft normal das ein Anwalt oder Notar 200 €/Stunde berechnet. Beim Handwerker wird gemeckert wenn er 38 € verlangt. Ist unsere Arbeitszeit = Lebenszeit weniger wert? Klar die guten Herren haben studiert und wissen in Ihrem Themengebiet mehr als wir ABER ist das andersrum nicht genau so? Ich habe unzählige Seminar, Schulung, Meisterschule & Co besucht... Zeitlich komme ich da auch auf ein paar Semester. Wieso darf ich dann kein Geld verdienen? Ja es ist traurig was mit unserem Handwerk passiert. Aber vielleicht schaffen wir es ja eine kleine Revolution zu starten. :-) Ich freue mich auf einen informativen Austausch unter gleichgesinnten und wünsche Ihnen alles Gute. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  3. Prima Herr Kollege! Ich stelle das gleiche fest, seit einigen Jahren schon. Solange man sich die Aufträge aussuchen kann, ist alles in Ordnung, aber wehe wenn nicht. Qualität und Loyalität sind Fremdworte geworden, was zählt ist alleine der Preis. Wer erinnert sich auch heute noch an den Maler, der vor 5 Jahren mal da war. Es gibt Maler wie Sand am Meer, da ist schnell der nächste da, der es noch billiger macht. Wenn Du mit den wohlhabenden Kunden darüber diskutierst, wurde mir von einer sehr sehr wohlhabenden Wiesbadenerin erklärt: "Wir haben es vom behalten, nicht vom ausgeben". Die Zeiten sind vorbei, als mir eine prominente langjährige Kundin sagte "Für billig haben wir kein Geld" Ich für meinen Teil arbeite seit zwei Jahren an einer neuen Existenz in einer völlig anderen Branche und werde hoffentlich in ein bis zwei Jahren den Pinsel endgültig an den Nagel hängen. Mit kollegialen Grüßen Stefan Sieling Wiesbaden
    • Alexander Baumer
      Vielen Dank für das positive Feedback. Ja solche Sprüche bekomme ich auch immer wieder zu hören. Mein Ansatz geht mittlerweile soweit das ich sage: Wer unseren Preis nicht zahlen will ist nicht unser Kunde. Ganz einfach. Wir sind eben kein Dacia sondern eher eine BMW, Mercedes oder Audi. Hier fragt auch keiner was so ein Auto in der Produktion kostet. Es wird gekauft weil es schön ist und Emotionen weckt! Wir machen auch schöne Sachen und wecken Emotionen, also muss das auch entsprechend honoriert werden. Ich wünsche Ihnen mit Ihrer neuen Existenz viel Erfolg. Auch ich arbeite immer wieder an neuen Dingen. Mal sehen wo uns der Weg hinführt. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  4. Sehr geehrte Handwerkskollegen, ich komme nicht aus dem Maler sondern aus dem Glaser- und Fensterbauerhandwerk. Es ist richtig das wir uns teilweise selbst abschaffen. Und ich gebe auch Herrn Baumer in großen Teilen recht. Aber das Hauptproblem ist das es unseren Lieferanten egal ist an wen Sie verkaufen. Hier wird an den Baumarkt ebenso verkauft wie an Gewerkfremde und Ungelernte. Die Industrie Standardisiert viele Produkte um möglichst viele Kunden zu erreichen, sowohl Handwerker wie auch Ungelernte und Laien. Auch wurde uns vom Gesetzgeber ein Bärendienst erweisen als der bei vielen Handwerksberufen die Meisterpflicht aufgehoben hat (wo waren das die ganzen Verbände und Kammern und Innungen). Dann gibt es auch viele Kollegen die verzweifelt an Ihren Betriebsgrößen oder Umsatzzahlen festhalten, was wieder dazu führt, dass viele Arbeiten auch zu Preisen abgewickelt werden die nicht (vorsichtig ausgedrückt) Kostendeckend sind. Ich selbst habe vor 20 Jahren den Schnitt von einem 25 Mann zu einem 4 Mann Betrieb gemacht. Es war nicht schön und schmerzlich, aber hätte ich es nicht gemacht, ich denke es gäbe uns heute nicht mehr. Auch ich kenne die Kommentare von Kollegen, alles schlechte Preise , alle Zahlen schlecht, ich muss 70 Stunden arbeiten, ich verdiene nix. Ich sage selber Schuld, nicht für jeden Preis, nicht für Generalunternehmer arbeiten. Nicht LV´s ausfüllen die aus 40 Seiten Vorbemerkungen und 3 Seiten Leistung bestehen. Nicht jede Arbeit die der GU oder Bauträger vorgibt so ausführen obwohl es noch so verkehrt ist (aber man bekommt ja sonst keinen Auftrag mehr). Und vor allem Lernen NEIN zu sagen. Ich weiß es ist schwer und auch ich komme manchmal ins Zweifeln ob das alles so richtig ist, aber die Ergebnisse geben mir Jährlich recht. Und es wäre noch einfacher wenn sich alle daran beteiligen und vor allem auch Gewerkfremde Unternehmer Gnadenlos aussteigen lassen und nicht noch für diese als Subunternehmer arbeiten. Ein Fass ohne Boden, woran der einzelne nichts änder kann. Es sind zu viele Faktoren die diese Situation herbeigeführt haben. Ich habe mich so gut wie möglich aus geklinkt, denn ich Lebe nicht um zu Arbeiten, sondern ich Arbeite um zu Leben.
    • Alexander Baumer
      Lieber Kollege, was soll ich sagen. Wo darf ich unterschreiben? Unsere Probleme sind alle hausgemacht. Ich bin froh das ich mit diesen Gedanken nicht alleine bin. Klar werden wir nicht alle Handwerker ändern können aber wenn es für einen Teil reicht haben wir schon viel geschafft. Danke für das Feedback und viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  5. Liebe Eber Herr Baumer, Diese beschriebenen Phänomene kommen überall vor. Wichtig dabei ist die realistische Betrachtung der Arbeit die sie leisten. Wenn malerarbeiten (Standard Variante) zu erledigen sind, müssen das andere erledigen. Sie als Meisterbetrieb müssen versuchen eine besondere Leistung zu erbringen. Beratung, Service, Garantie, Materialien, Technik. Dinge, dir nicht der stereotypierte Pole erledigen kann. Oder sie sind hochwertiger und schneller. Ohne Argument einen höheren Preis erzielen zu wollen bleibt Wunsch denken. Nehemen Sie Material- und Farbberatung mit in ihr Angebot oder machen sie Marketing in der Form, dass jeder nur von ihnen betreut werden will. Exklusive Preise (Endverbraucher Sicht) verlangen ein exklusives Produkt. Ihre Wahl. Viele Grüsse
    • Alexander Baumer
      Vielen Dank für Ihr ausführliches Feedback, freut mich sehr. Absolut richtig erkannt. Diese Umstrukturierung hat bei uns vor gut 1,5 Jahren begonnen. Alles hochwertiger, exklusiver und dadurch deutlicher weg vom normalen Maler. Es klappt schon ganz gut aber es ist ein langer und harter Weg. Beste Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  6. Sehr geehrter Kollege Baumer , Da ich vor dem Jahreswechsel zu den selben Einsichten gelangt bin , habe ich für mich beschlossen meinen Stundensatz ab 20107 jetzt am KfZ-Handwerk zui orientieren , Baustellenbesichtigungen und Ratschläge/Auskünfte gibts auch nicht mehr für Umme ! Schnauze voll
    • Alexander Baumer
      Servus lieber Kollege, einen ähnlichen Schritt haben wir nun auch gewagt. Es wird einfach Zeit das sich was ändert. Freut mich das es anscheinend doch einige gibt die das auch so sehen und den Weg mitgehen. Ich freue mich auf einen regen Austausch unter Gleichgesinnten. Viele Grüße und Danke für Ihr Feedback. Alex Baumer
  7. Hallo Alex, habe gerade Dein Schreiben gelesen. Respekt, Du triffst mit jedem Wort den Nagel auf den Kopf. Darüberhinaus finde ich es super, daß Du den Mut findest und andere Leute damit aufrufst Ihre Arbeiten, Angebote und Mühen zu überdenken. Somit wird Dir mit dem Aufruf sicherlich der ein oder andere folgen und die ersten Schritte sind gegangen. Weiterhin wünsche ich Dir viel Erfolg.
    • Alexander Baumer
      Hallo Peter, ich hoffe das ich damit bisschen was bewegen kann. Mir ist auch klar das jetzt nicht alles besser wird aber zumindest denkt vielleicht der Eine oder Andere mal darüber nach. Die MZ ist übrigens auch neugierig geworden, wird wohl morgen ein Bericht erscheinen. Ganz so schlecht ist der Weg also anscheinend nicht :-) Viele Grüße
  8. Lieber Herr Baumer, herzlichen Dank für Ihre Worte! Wo soll das alles noch hinführen? Mein Mann und ich haben uns vor ca. 2,5 Jahren entschieden, bei diesem Preiskampf nicht mehr mitzumachen. Wir haben uns spezialisiert, unseren Service verbessert und auch die Preise auf das Niveau hochgezogen, welches wir brauchen, um unsere Mitarbeiter ordentlich zu bezahlen und auch in Technik und Weiterbildung investieren zu können. Wir füllen in der Regel keine LVs mehr aus (unser Angebot, das gern gegen Bezahlung zu tun, wurde bisher immer abgelehnt) und bieten auch nicht mehr an , wenn der Kunde noch fünf weitere Zimmereien anfragt. Es ist ein harter Kampf, weil wir dazu auch noch Reingeschmeckte, also Zugezogene sind und für Aufträge nicht auf einen großen Verwandten- und Bekanntenkreis zurückgreifen können. Vor allem jetzt im Winter, wenn die Aufträge rar sind, zweifeln wir oft, warum wir uns das antun. Aber uns macht das Spaß und wir glauben fest daran, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und wenn wir dann wieder einen Auftrag bekommen, bei dem wir die teuersten waren, der Kunde bei uns aber das bessere Gefühl hat, dann freuen wir uns wie die Schneekönige und wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Kollegiale Grüße aus Oberschwaben
    • Alexander Baumer
      Hallo Frau Wiedmer, vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Dazu passend wohl mein nächstes Blog Thema :-) Warum mach ich das Ganze überhaupt ? Die Leidenschaft die Leiden schaft :-( Bei mir ist es ähnlich. Ich habe mich vor 8 Jahren Selbstständig gemacht weil ich den Traum hatte mein eigener Chef zu sein. Mittlerweile hab ich den "normalen" Weg des Malers verlassen und wir haben uns auf hochwertige Gestaltungen spezialisiert. Ein sehr steiniger Weg aber in meinen Augen der einzig richtige. Ich würde mich über einen informativen Austausch unter gleichgesinnten sehr freuen und wünsche Ihnen auf Ihrem Weg viel Geduld und das nötige Glück. Beste Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  9. Lieber Herr Baumer, da sprechen Sie mir diese von aus der Seele. Ich darf auch beinahe täglich unsere Rechnungen oder viel mehr unsere Stundensätze erklären u mir wiederum erklären lassen, dass Anfahrtszeit doch keine Arbeitszeit u solche Stundensätze Wucher sind und die Rechnung gekürzt oder gar nicht gezahlt wird. Da wird um jeden Euro gefeilscht. Die Dienstleistung soll sofort u perfekt erbracht werden...Freitag Nachmittag um 16 Uhr kann nicht sofort ein Monteur auf der Matte stehen? Und der soll dann auch noch 47 Euro kosten??? Ich gebe zu, ich war früher in einer sehr großen Firma angestellt u hab ähnlich gedacht, deswegen ist es gut, wie Sie die Leute versuchen aufzuwecken! Wenn ich meinen Schweinsbraten für 5,99 Euro beim Netto kaufe verstehe ich spätestens beim Braten warum der vom "privat" Metzger 12 Euro kostet! Viele Grüsse u weiter so!
    • Alexander Baumer
      Vielen Dank für Ihren positiven Kommentar. Sie haben absolut recht. Mich stört es einfach das viele für einen Anwalt, Architekten oder Notar viel Geld bezahlen aber der Handwerker der dafür sorgt das die Klospühlung funktioniert oder das Licht geht oder die Wände sauber ausschauen wird nicht mit dem Ar... angeschaut. Keiner würde isch trauen einem Anwalt seine Rechnung zu kürzen oder zu sagen Telefonkosten sind ja keine Arbeitszeit. Ein Notar lässt die komplette Urkunde von einer Sekretärin tippen und liest die dann mal schnell ab und jeder akzeptiert es. Ist ja ein studierter Anwalt. Klar hat der mehr Ahnung von seinem Gebiet wie ich aber andersrum ist es doch genau so. Ich hoffe ich kann bisschen was bewegen auch wenn es eine riesen Aufgabe ist. Ich bleib dran :-) Viele Grüße aus Regensburg
  10. Hallo lieber Handwerkskollege, Ich führe selber einen Raumausstatter Betrieb in der dritten und wenn es so bleibt letzten Generation. Der Artikel ist so klasse geschrieben und spricht mir aus der Seele hätte es nicht besser vormulieren können. Beste Grüße Volker Niemerg
    • Alexander Baumer
      Hallo, es ist sehr schade das es wohl die letzte Generation sein wird. Aber auch das zeigt doch eigentlich nur wie weit unten wir angekommen sind. Ich danke Ihnen für Ihre offenen Worte und wünsche Ihnen viel Erfolg bei allem was kommt. Beste Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
    • Das ist leider so traurig :( trotzdem alles gute weiterhin. Beste Grüße
  11. Hallo Alexander ja das war emotional !!! und ohne emotionen kann man auch wohl kaum darüber schreiben ! ich habe für mich seit einiger zeit dir konsequenz gezogen und beschäftige keine mitarbeiter mehr und bilde nicht mehr aus !! leider aber es ist ja aus beschriebenen gründen auch nicht mehr möglich ! so bin ich nun nur noch für mich selbst verantwortlich und habe mein tätigkeitsfeld in bereiche verlegt wo es noch aufs gelernte "handwerk" ankommt ....das funkioniert ganz gut . trotzdem müsste mal was unternommen werden um was fürs handwerk zu tun ! sollten da mal irgendwelche aktionen geplant werden dann schreib mich ruhig an ...ich bin bereit !!! einen handwerklichen gruß Wolfram Kiese
    • Alexander Baumer
      Hallo Wolfram, danke für deinen Kommentar. Der Weg ist sehr interessant wenn auch eigentlich schade. Ich kann dies aber zu 100% nachvollziehen da ich diese Gedanken auch schon öfter hatte. Alles auf null und einfach nur für mich. Aber dafür bin ich zu sehr Unternehmer. Dafür will ich zu viel erreichen. Dafür werden aktuell einige Hebel in Bewegung gesetzt. Klar kann ich alleine nichts ausrichten. Die vielen Kommentare und Mails die uns aktuell erreichen zeigen jedoch das viele so denken. Vielleicht schaffen wir eine Revolution. Warum nicht? Wir haben es selbst in der Hand. Mit unserer Marke Lamurista sind wir gerade dabei die Kombination aus Handel und Verarbeiter zu kreieren. Sehr interessant. Mehr dazu auf Facebook und bald auf Lamurista.de Ich freue mich auf einen regen Austausch und hoffe das wir was bewegen können. Beste Grüße aus Regensburg
    • Hallo Herr Kiese, für Stuckateure, Zimmerer und Bauunternehmer gibt es dafür seit 20 Jahren bereits eine inzwischen 100fach erprobte Lösung, die dieses Dilemma auflöst: Einer.Alles.Sauber. Diese ist aber vor allen Dingen für Unternehmen mit 3-15 Mitarbeitern interessant. Sofern Sie nochmal die Kraft aufbringen durchzustarten, dürfen Sie mich gerne ansprechen! An Herrn Baumer: vielen Dank an diese gut geschriebene Zusammenfassung der Preissituation im Handwerk. Diese ist allerdings wie auch andere schon angemerkt haben kein neues Phänomen. Mutige Ideen und Handlungen sind eine gute Antwort darauf. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Lamurista! Herzliche Grüße, Matthias Mester
  12. Guter Beitrag! In ähnlicher Form habe ich diese Einschätzung auch schon öfter gelesen (...). Ganz meine Meinung! Leider gibt es, selbst in Zeiten riesiger Nachfrage, zahlreiche "Marktbegleiter" (und Handwerker aus anderen Branchen) die sich (mit geringem Selbstvertrauen und Furcht vor ausbleibenden Aufträgen) Tag für Tag unter Wert verkaufen ;-(. Ärgerlicherweise geben sich manche Angebotssammler erst bei/nach der Besichtigung zu erkennen (wobei manchmal die kurze Frage beim Erstkontakt "wie kommen Sie denn auf die Anfrage bei uns?" weitere Mühen erspare kann). Ob man nach dem Erkennen des Sammlers weitere Zeit aufwendet, darf jeder selbst entscheiden (...). Kollegiale und gleichgesinnte Grüße aus dem Skiurlaub ;-)). Timo
    • Alexander Baumer
      Servus Timo, erstmal vielen Dank für deinen Kommentar. Ich gebe dir absolut Recht. Es ist unfassbar was sich aktuell alles am Markt tummelt. Mein Weg der Spezialisierung schreitet immer weiter voran. Somit sind wir nicht mehr so vergleichbar und können in Zukunft hoffentlich bessere Aufträge an Land ziehen. Nur so gehts. Viele Grüße und einen schönen Skiurlaub... Vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem Workshop von Lamurista... würde mich freuen...
  13. Meine Schwester sagt: In 30 Jahren warten 30-jährige, studierte Pfennigfuchser, auf den 70-jährigen Monteuer der ihnen die Arbeit erledigt! Das für 80€ Stundenlohn! Recht hat sie! Die Geiz ist geil Mentalität besteht immer noch! Durch importierte Billiglöhner aus Drittländern, importieren wir die Pfuscherarbeiten die wir aus den Urlaubs- oder Anreinerstaaten kennen! Verschmierte Silikonfugen im Bad, schiefe Wände, schlechte Bauqualität etc. das Schlimme daran ist, dass sich die Deutsche Genauigkeit im Handwerk langsam auflöst. Man gewöhnt sich daran und akzeptiert es klaglos! Nur die Eliten im Handwerk verstehen, das Qualiät gefragt wird, Individualität im Innenausbau gewünscht wird und der Preis bezahlt wird. Nicht nachgeben, mehr gutes Marketing, bessere Werbung, Mund zu Mund- Propaganda. Mit weniger Aufträgen mehr Ertrag generieren! Hut ab Herr Baumer.
    • Alexander Baumer
      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wo kann man das unterschreiben ? :-) Absolut richtig. Ich habe ein bisschen gebraucht bis ich verstanden habe welcher Weg der richtige für mich und meinen Betrieb ist. Seit knapp 2 Jahren sind wir jetzt auf dem Weg der Spezialisierung und man merkt langsam wie dies auch bei unseren Kundne ankommt. Wie ich aber eben bin, bin ich nie zufrieden und es gibt noch viel zu tun. Ich und mein Team bleiben dran und geben richtig Gas und vielleicht springt der eine oder andere mit auf den Zug auf, wäre für uns alle gut. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  14. Hallo, wir sind in der Heizung-solar-pv-branche. Das Gleiche in grün! Ich habe mir selbst schon unendlich viele Gedanken gemacht. Das alles hat viel mit “sich-selbst-verkaufen“, “Wertschätzung“ und “Organisation“ zu tun. Man kann die Kollegen nicht ändern. Ich könnte gut den restlichen Tag mit dieser Nachricht verbringen. Nur eines noch zum Schluss, es ist oft tragisch zu sehen wie sich Handwerker, die hochspezialisiert und gefragt sind, so dermaßen unter Wert verkaufen, so dass das Ende nur eine Frage der Zeit ist. Man muss nur richtig rechnen. Ich rede nicht davon exorbitante Preise zu verlangen. Ich rede davon die eigene Arbeit wergeschätzt zu bekommen um letztlich auch mal den einen oder anderen Sonntag zuhause zu verbringen und den Betrieb vernünftig zu führen. Es ist aus meiner Sicht eine klare Positionierung bitter nötig. Wie gesagt, ich könnte noch viel schreiben Gruß Markus Köbernik
    • Alexander Baumer
      Hallo und vielen Dank für den Kommentar. Ja so geht es mir auch. Irgendwann muss ich doch mal ein Buch schreiben :-) aber aktuell fehlt die Zeit aber wer weiß was noch kommt :-) Absolut richtig erkannt. Es geht nur über eine klare Positionierung. Wer unsere Preise nicht zahlen kann oder will ist nicht unser Kunde. Ich bekomme auch kein Porsche wenn ich diesen nicht bezahlen kann. Ich freue mich auf einen informativen Austausch unter gleichgesinnten und wünsche Ihnen alles Gute. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  15. Hallo Herr Baumer, ich habe ihren Post schon auf unserer Facebook-Seite verlinkt - und das hat sehr viel Resonanz erzeugt bei unseren Lesern. Wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich auch in unserem nächsten Newsletter auf diese Diskussion hinweisen. Sie scheinen auf jeden Fall auch sehr vielen in der Fenster- und Bauelemente-Branche aus dem Herzen zu sprechen. Viele Grüße Daniel Mund
    • Alexander Baumer
      Hallo Herr Mund, vielen Dank für Ihren Kommentar und das Teilen auf Ihrer Seite. Freut mich sehr das sich aktuell bisschen was bewegt. Bei uns läuft das Postfach über :-) aber das ist ja auch schön und gewollt. Selbstverständlich können sie die Diskussionen über Ihren Newsletter bewerben, sehr gerne sogar. Wir haben doch alle ein gemeinsames Ziel. Gerne stehe ich auch für eine Fragerunde oder ähnliches zur Verfügung. Würde mich sehr freuen wenn wir gemeinsam was bewegen können. Ich freue mich auf einen informativen Austausch unter gleichgesinnten und wünsche Ihnen alles Gute. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  16. Hallo Herr Baumer, Danke für Ihren super Artikel. Das sind genau meine Worte die meine Meisterschüler, oder Kollegen, von mir auch immer zu hören bekommen. Ich versuche es genauso zu handhaben, verkaufen über die Qualität und Zuverlässigkeit anstatt über den Preis. Gerade als Gerüstbauer hab ich damit noch mehr zu kämpfen als in anderen Branchen, da wenn nichts passiert wir wieder weg sind, und auch nichts hinterlassen, außer einer Rechnung . Aber dennoch kann man nur so überleben. Das Problem im Handwerk ist doch, die meisten von uns sind fachlich fit und kennen sich in ihrem Bereich super aus aber das verkaufen von sich selbst bzw. Seiner eigenen Leistung lernt man weder in der Lehre noch auf der Meisterschule. Aber genau da müsste mehr getan werden, denn um mehr verlangen zu können muss man sich gut verkaufen können. Weiterhin viel erfolg, und das ist der einzig richtige Weg. Mit freundlichen Grüßen aus Bayreuth F. Kolbenschlag
    • Alexander Baumer
      Hallo Herr Kolbenschlag, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich sehe das genau wie Sie. Viele können sich nicht richtig verkaufen und machen einfach das was alle anderen machen. Ich war anfangs ja genau so. Zum Glück habe ich aber schnell erkannt das es so nicht geht. Es wird ein spannender Weg und vielleicht kommt ja der eine oder andere Kollege ins grübeln und denkt um. Würde uns alle gut tun. Ich freue mich auf einen informativen Austausch unter gleichgesinnten und wünsche Ihnen alles Gute. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
  17. Liebe Kollegen, alles richtig aber bisweilen zu kurz gedacht. Die Illusion das der Markt heilig ist und sich selbst reguliert ist ja nach wie vor gängig daran zu zweifeln oder gar Kritik vor zu bringen wird schnell mit kommunistischen Gedankengut abgetan. Richtig ist doch aber das ein Markt der so global agiert und nahezu keiner Kontrolle unterliegt nicht gerecht oder fair sein kann. Beispiel, in meinen Augen ist es gerade in den letzten 25 Jahren und mit Öffnung des Ostblocks zu einer Verschiebung der Preisstrucktur gekommen spätestens nach der Möglichkeit in Deutschland zu als selbstständiger mehrfach heimischen Standard zu arbeiten. Ich bin auf Baustellen mit Konkurrenten konfrontiert die mit 30 vermeintlich selbstständigen zu Stundensätzen arbeiten für die ich nicht mal Versicherung und Unterhaltung des Betriebes zahlen könnte. Dann des EU Wahnsinns wird diese Situation auch nicht besser sondern schlechter. Ich kann auch diejenigen nicht verstehen die sich dieser billig Sklaven bedienen, da sie sich auch auf diese Weise selber das Wasser abgraben. Das Deutsche Handwerk muss sich seiner Stärke und seines Einflusses wieder bewusst werden und ebenfalls entsprechend auf die Vertretungen einwirken. Es nützt nichts wenn die Handwerkskammer nur für die großen Player Lobbyarbeit macht und die BG unser eins ständig gängelt aber bei den Subsklaven keine handhabe hat. Hier muss auf die Institutionen und Politik Druck ausgeübt werden. Natürlich ist gerade im Privatkunden Bereich eigentlich schon alles gesagt das erspare ich mir hier.
    • Alexander Baumer
      Lieber Kollege, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Absolut richtig. Es wird viel bereits von oben falsch gesteuert und es wäre wohl Träumerei das wir daran was ändern können. Trotzdem bin ich der Meinung das wir uns formieren und eine Handwerks Revolution starten sollten. Klar klingt das jetzt erstmal bisschen lächerlich. Ich bin aber davon überzeugt das wir eine enorme Wucht haben wenn wir alle Kräfte bündeln. Industrie und Handel machen es uns doch vor. Vielleicht kann ich mit meinem kleinen Blogbeitrag nicht die Welt ändern aber vielleicht dem Einen oder Anderen zum Nachdenken anregen. Ich freue mich auf einen informativen Austausch unter gleichgesinnten und wünsche Ihnen alles Gute. Viele Grüße aus Regensburg, Alex Baumer
    • Hallo Herr Kapke, habe leider jetzt erst ihren Bericht gelesen, genau so ist es wie von ihnen beschrieben und noch schlimmer, denn ich wurde sogar schon beleidigt ( nicht vom Kunde).ich finde gerade im Handwerk sind alle regeln ausser kraft gesetzt worden, es gibt keine ordnung mehr es kann jeder machen was man will.Aber das Handwerk wurde schon immer dazu benutzt in krisenzeiten jeden in arbeit zu bringen egal wie.Die Auswirkungen (Qualität) zählt nicht mehr hilfe vom wem handwerskammer,innung usw? Was ich erlebt habe würde jeden die Haare zu berge stehen lassen.Ich habe 25jahre erfahrung als meisterhttps://www.promiflash.de/news/2017/10/16/schwiegertochter-macho-martin-haelt-nicht-viel-von-treue.html?utm_source=google&utm_medium=amp und kann wirklich sagen was hier und jetzt im handwerk abgeht ist in worte nicht mehr zu umschreiben.ich kann nur sagen wir und nicht nur wir haben gelernt sauberkeit,höflichkeit und noch mehr dem kunde gegenüber entgegegen zu bringen ( ich hatte einen sehr guten meister als Lehrling).Aber es zählt nur noch der preis wobei die Ust sogar noch eine rolle spielt(Endpreis).Tja wem haben wir nur das zu verdanken ?,leider vergessen wir zu schnell Die einzige Lösung ist eigentlich nicht nur jammern sondern wie wäre es wirklich einmal sich zusammen zu schliessen wie die AN auch.Ich hoffe, das man mich nicht missversteht und gebe herrn baumer recht und ihnen.Denn ich bin der Meinung und Erfahrung in all den Jahren alleine wird es nichts und bin dabei.
  18. Verdammt,da hat Alex es voll auf den Punkt gebracht. Bin Trockenbauer und merke es schon seit vielen Jahren, was in der Handwerkerbranche abgeht! Was ich persönlich daran zum kotzen finde, ist, jeden Morgen steht ein anderer Nachunternehmer auf und macht es noch billiger, glaube ihr wisst genau, von welchen Kollegen ich spreche! Was nicht bedeutet, das ich etwas gegen diese Kollegen habe, habe mit vielen davon zu tun und die meisten sind absolut korrekt! Nur Qualität ist meist ein Fremdwort für diese! Nur schnell und günstig zählt heutzutage! Aber das ist unseren hohen Damen und Herren völlig egal. Nur der Preis zählt. Im Anschluss aber über die abgelieferten Arbeiten noch meckern und den Preis noch weiter nach unten Schrauben wollen. Könnte noch viel mehr über die allgemeine Problematik Texten, aber was ist bloß aus Deutschland geworden??? Das kann doch nicht der Weg sein. Die Sklaverei hat niemals ein Ende gefunden, wird nur Modern durchgezogen und die wenigsten bemerken es! Trotz aller negativen Gedanken, welche mir gerade durch den Kopf schießen, Leute, bleibt euch treu, lasst uns gemeinsam gegen diese Ungerechtigkeiten kämpfen, denn meine Philosophie ist: Aufgeben ist keine Option!!! Nur gemeinsam können wir es schaffen was zu ändern!!! Liebe Grüße, Timo
  19. Sehr geehrter Herr Baumer, Ich hoffe Sie haben nichts dagegen das ich ebenfalls hier ein paar Worte dazu Schreibe. Über Ihren Mut zu diesen offenen Worten kann ich Ihnen nur Gratulieren und vor allem danken! Leider ist es so wie Sie es beschrieben haben, auch wir haben dies leider sehr oft erlebt als mein Vater seinen Malermeisterbetrieb 33 Jahre lang betrieben hat. Selbst in der eigenen Heimatgemeinde haben wir für Bauprojekte nicht den Zuschlag erhalten, obwohl uns die Beteiligten lieber uns nehmen wollten, jedoch sich nach dem niedrigsten Preis richten mussten statt nach der Qualität. So müssenen wir leider mit ansehen wie z.B. neu Beschichtete Gebäude nach wenigen Jahren wieder veralgen weil am Material gespart wurde um den niedrigsten Preis und somit den Zuschlag zu erhalten. Auch wird leider viel zu oft der Niedrige Preis durch das "Arbeiten" mit Nachträgen ermöglicht, statt durch Ehrlichkeit bei der Vorbesprechung. Auch hier habe ich ein Beispiel meines Vaters: Bei der Vergabe der Malerarbeiten an einer Kirche in unserer Heimatgemeinde waren wir zuerst die mit dem Teuersten Angebot (Was wurde damals nicht geschimpft wie "ausgschamt" wir doch wären), so das eine Malerfirma den Zuschlag erhielt, die nach nicht einmal 2 Jahre danach Insolvent war, NEIN es war auch noch so das nach Abschluß der Arbeiten festgestellt wurde das aufgrund der Nachträge die gestellt wurden, wir am Ende die mit dem günstigsten Angebot gewesen wären, da in unserem Angebot bereits sämtliche Arbeiten bereits enthalten gewesen wären. Als ich die Firma nun vor 4 Jahren übernommen habe, haben mich einige Lieferanten bei den ersten Gesprächen gefragt ob ich mit meinen Preisen nach oben oder unten gehen würde, als ich darauf antwortete das wir nach oben gehen würden hat uns manch Lieferant versichert das wir nicht einmal 1 Jahr am Markt wären wenn wir nicht mit den Niedrigpreisen mitgehen würden. Daraufhin haben wir folgende Entsscheidung getroffen: als erstes trennten wir uns von Lieferanten die nicht voll hinter uns stehen, als zweites haben wir sämtliche Bauträger für die wir NUR "Subunternehmen" waren getrennt und auch keine Aufträge dieser Art mehr angenommen. Der Schritt zurück zum Privatkunden war bisher die beste Entscheidung seit Betriebsgründung, da hier die Qualität der Arbeit, Material und Beratung noch geschätzt wird. Ich danke Ihnen vielmals für Ihre offenen Worte und wünsche Ihnen weiterhin eine gute Auftragslage und verbleibe mit freundlichen kolleglialen Grüßen Martin R. Probst Malermeister
  20. Geiz ist Geil Wertschätzung der Handwerklichen Qualität fehlt komplett .....und Dienstleistungen von "A-Z" machen das ja gut.... Die Politik und Innung legt noch einen drauf für Meisterfreie Gewerke. Seid über 25 Jahren bin ich im Meisterprüfungsausschuss für das Glaserhandwerk.... Früher musste man froh sein ein Platz in der Meisterschule zu bekommen, heute ist die Schule froh noch einen Kurs mit ausreichend Teilnehmern zu füllen. Ich habe die Selbstständigkeit aufgegeben und bin wieder Angestellter, mache meine Arbeit nur noch im Nebenerwerb. Hier verlange ich den Preis den man für seine Arbeit haben muss, wer das nicht bereit ist zu bezahlen und die Arbeit nicht schätzt..... Pech gehabt..... Mit mir nicht mehr und..... Ohne Anzahlung und Zahlung bei Lieferung/Montage geht nichts mehr. Ich laufe dem Geld doch nicht mehr hinterher.
  21. Ich kann ihre Aufregung verstehen. Vermutlich ist der Arzt auch lieber für Privatpatienten tätig als für Kassenpatienten. Gute Leistungen brauchen auch eine faire Bezahlung. Natürlich kann man zur Orientierung Preise vergleichen, aber ich gehe auch z.B. nicht zu einem Zahnarzt, der nur ein Drittel des üblichen Preises aufruft. Ich finde, Sie haben klasse reagiert. Solche "Kunden" wird es immer geben aber auch die Kunden, die Leistung zu schätzen wissen und zuverlässig und schnell die Rechnung zahlen.
  22. Kann man Gedanken lesen? Das hab ich grad danke dir. Super und perfekt geschriebe. Lg
  23. IST ES WIRKLICH SO? Oh die armen Handwerker, die tun mir so leid. Meine Schwester in Stuttgart wollte ein Waschbecken im Bad auswechseln lassen. Von einem Handwerkerbetrieb in Stuttgart. Das alte Armaturenbrett sollte dabei wieder verwendet werden. Und sie wollte sich das Waschbecken selbst im Laden kaufen und vom Handwerker montieren lassen. Der Stuttgarter Handwerker antwortete ihr darauf, dass das nicht geht. Das Waschbecken muss sie von ihm beziehen und ein neues Armaturenbrett muss auch her. Alles sollte 540 Euro kosten. Durch die Web Seite blauarbeit.de fand sie einen Handwerker der bereit war, ihr das selbstgekaufte neue Waschbecken mit dem alten Armaturenbrett zu montieren. Das kostete 120 Euro. Montagezeit eine halbe Stunde + Anfahrt. Gegenüber 540 Euro… Zweite Baustelle. Meine 86 Jahre alte Mutter aus Stuttgart wollte in der Küche die Arbeitsplatte auswechseln lassen. Und sie bestand darauf, dass ein Stuttgarter Handwerker das erledigt. Mit Materialkosten für eine relativ kleine Küche, inklusive das Abmontieren der alten Arbeitsplatte und das Anbringen der neuen Arbeitsplatte, NUR Arbeitszeit, ohne Materialkosten 1450 Euro. 10 Stunden haben die dafür in Rechnung gestellt. Nur die Arbeit + die Entsorgung der alten Arbeitsplatte. Ohne Materialkosten. Szenenwechsel. Ein Bekannter von mir aus Ludwigsburg der eine ähnlich große Küche hat wie meine Mutter auch, kaufte sich die Arbeitsplatte im Baumarkt und ließ die neue Arbeitsplatte inklusive das Entsorgen der alten Arbeitsplatte von einem Handwerker, den er ebenfalls via blauarbeit.de gefunden hat, auswechseln. Alles in Ordnung. Preis diesmal samt Material (selbst gekauft): 900 Euro! Will man für Malerabeiten einen Termin vereinbaren (in Stuttgart) muss man sich mit Monaten in voraus bei dem Handwerker melden. Will man ein Bett reparieren lassen durch einen Schreiner, kommt kaum jemand vorbei wegen so einer Kleinigkeit. Zumindest in Stuttgart nicht! Aber beim Jammern sind unsere Handwerker allemal Spitze. Was die hassen ist die Konkurrenz. Lass verdammt nochmal den Kunden entscheiden, was gut oder schlecht ist. Weg mit dem „Monopol“. Schwarzarbeit NEIN. Wettbewerb ja. Der Kunde soll entscheiden ob er für deutlich bessere Qualität mehr zahlen will. Nicht die Handwerker die sich für eine Kleinreparatur zu schade sind.
    • Ich würde mir manchmal wünschen, dass manche Kundschaft auch mal das Los der Selbständigkeit am eigenen Leibe erfahren würde. Waschbecken selbst besorgen, den restlichen alten Mist noch umbauen. Aber wehe der Handwerker macht bei den Umbauarbeiten noch was kaputt, das muss natürlich ohne Stundenverrechnung gegen Neuware ersetzt werden. Wenn ich schon blauarbeit.de lese bekommt meine Halsschlagader ein kleines Übermaß. Warum sollte ein Handwerker das gestellte Material eigentlich einbauen ? Eventuell weil mach überschlauer Sparfuchs weiss, das der Kollege nun auf einmal die Gewährleistung für das fremde Material übernehmen muss. Schon mal auf die Idee gekommen, sämtliche Ersatzteile für den tollen 3-er mit in das BMW Autohaus mitzunehmen ? Nein ? Warum nicht ?????? Wir beschäftigen mehrere Mitarbeiter ( Familienväter ) und keine Osteuropäer. Grundauszüge einer Kalkulation: 17 Euro Stundenlohn, 30 Tage Urlaub, Urlaubsgeld, 14 Tage krank im Jahr, BG Beiträge, Versicherungen, Kfz Kosten, Verwaltungsangestellte, allgemeine Betriebskosten, Innungs-Kammerbeiträge und noch einiges mehr. Vom kalkulatorischen Gewinn ganz zu schweigen. Und alles von 47,50 Euro ???? Jaja, das Handwerk verdient sich eine goldene Nase. Unser Vollkostenverrechnungssatz bei Weitergabe des Materials zum Einkaufspreis liegt bei 113 Euro zzgl. Steuer. Juhu, bald sind wir Millionäre ! Der Job wäre so schön, wen es solche Kunden nicht geben würde. Fachwirt/Installateur-und Heizungsbaumeister
    • Es wird vom Herrn Baumer zwar nicht angesprochen, aber ich denke das Problem kommt nicht von den Dumpingpreisen der deutschen Meisterbetriebe, auch nicht von den Schwarzarbeitern. Der Deutsche Kollege hat sich wahrscheinlich gedacht, besser dieser Auftrag als gar keine Arbeit oder sein Angebot war eine Lüge des Arztes um die Preise zu drücken. Wie kann so etwas zustande kommen? Handwerker aus Polen, Rumänien, Ungarn oder einem anderen Europäischen Land können das halt nun mal viel Günstiger anbieten, da sie die "Personalkosten" im Herkunftsland versteuern, dort weitere sehr niedrige bis keine Abgaben machen und der Stundenlohn dort entsprechend niedriger ist. Mal Augen auf machen, man sieht immer mehr Kleinbusse voll mit Handwerkern und entsprechenden Landeskennzeichen herumfahren.
  24. Vielen Dank! In den Kommentaren ist es ja mehrfach angesprochen: Es ist ein jahrzehntelanges Dilemma. Vielleicht sollte in der (Fach)Ausbildung noch stärker betriebswirtschaftliche Grundlagen mit den Zusammenhängen gelernt und anschließend verinnerlicht werden. In unserer Branche - Beratung - ist es ähnlich. Aus diesem Grund haben wir eine Kalkulation in Excel und OpenOffice zum kostenfreien Nutzen zur Verfügung gestellt. Sicher ist dies auch für Ihre Leser von Interesse. http://www.familienfreund.de/news-fuer-arbeitgeber/was-ist-die-arbeitsstunde-wert.html
  25. Vielen Dank für diesen Text. Auch bei uns, oder gerade dort herrscht ein mörderischer Preiskampf, weil praktisch jeder meint, er könne " so ein bisschen putzen".... Schon immer haben wir versucht uns davon abzusetzen und mit Qualität und Fachwissen zu punkten. Das ist oft sehr schmerzhaft; gerade wenn man einen Kunden über lange Jahre hält und sich ständig stärker mit irgendwelchen Mitbewerbern auseinander setzen muss. Unser Weg ist es auch Leistungen anzubieten, die andere NICHT leisten können. Ansonsten hat man fast keine Chance. Zum Trost nehme ich mir immer, dass das was ich gelernt habe in meinem Kopf gespeichert ist und es mir niemand mehr nehmen kann. Sollte keiner mehr entsprechende Qualität einfordern, bleibt noch der meist sehr gut bezahlte Job in einem großen Unternehmen mit halbwegs geregelten Arbeitszeiten und mit dünnem Fachwissen, die sich die Hände nach qualifizierten Handwerkern lecken. Da ist dann zwar die Selbstständigkeit hin, aber das Leben nicht schlechter und etwas sorgenfreier. So sehe ich das jedenfalls.
  26. Super Beitrag, ganz meine Meinung, ich hoffe, dass die Vögel, die kein betriebswirtschaftliches Denken aber Verantwortung für ihre Mitarbeiter haben und das Wort Kalkulation nicht einmal schreiben können ,bald vom Markt verschwinden....Wir machen auch kein Preisdumping mit, weil wir wollen, dass das Handwerk ,unsere Erfahrung, Wissen und Leistung wertgeschätzt wird....Gruß, Markus Kutz ,Raum Ausstatter Meister
  27. ...das ist doch nichts was nur im Handwerk so wäre? In welcher Branche ist es nicht so, dass primär nach dem Preis geschielt wird, dann nach dem Ergebnis. Da sind wir alle in fast allen Bereichen der Wirtschaft im selben Boot. Und für mich ist es fein, denn Dein Kollege wird doch damit nicht überleben können, er wird damit auch keine gute Qualität abliefern etc. Weil wenn er das alles könnte, dann würde Dein Preis ja Wucher sein, oder? Und somit wird der Arzt in 3-5 Jahren zu Dir kommen, in der Zwischenzeit wird er vielen Kollegen davon berichten, wie er es bereut, diese Leistung rein nach Preis eingekauft zu haben, oder?
  28. Leider muss ich Ihnen Recht geben, Preisdumping wohin das Auge reicht-Im Stuckateur-Handwerk genau das selbe. Und natürlich erwartet man dann noch dazu die Beste Arbeit die es für Geld zu erwerben gibt. Sollen Sie es doch grad selbst machen und sich Ihren Murks jeden Tag von neuem ansehen-vielleicht wachen Sie dann auf und Denken (soweit Hirn vorhanden) so ein Mist hätte ich es doch besser von einem machen lassen der Ahnung davon hat. Mit freundlichem Gruß Jürgen Schenk
  29. Hallo Herr Baumer Ich stimme Ihnen in fast allen Punkten zu. Nur wie man an dem Kommentar von Herrn Müller sieht, kann der Handwerker nur jammern, ist unwillig kleine Arbeiten zu erledigen und verlangt danach auch noch Unsummen. Ich bin Installateur und Heizungsbauermeister und kann nur sagen das die Auftraggeber auch immer dreister werden. "Ich habe das Produkt im Internet wesentlich billiger gesehen". Wer versteht den noch das man für einen "Notdienst" am Sonntag oder am 1. Weihnachtstag Zuschlag bezahlen muss. Man erklärt Ihnen vorher am Telefon das ein tropfender Siphon keinen Notdienst erfordert, aber diskutieren dann an der Haustüre das man die Anfahrt nicht zahlt, geschweige den erhöhten Stundensatz. Aber wie bei den Handwerkern gibt es auch bei den Kunden immer zwei Sorten. Es sind auch Firmen mit der Devise unterwegs:"Hauptsache den Auftrag bekommen und dann mit Zusatzarbeiten, Nachträgen und Stundenlohnarbeiten das nötige Geld rausholen um ins Plus zu kommen. Allen Auftraggebern die immer nur nach den Preis auswählen gönne Ich von Herzen die damit verbunden Probleme. Wenn z.B. der AN vor Vollendung oder während der Mangelanspruchsfrist Insolvent geht. Und ja, es sind vor allem die alteingesessenen Meisterbetriebe die auf Grund dieser "Geiz ist Geil" Menthalität nicht mehr weitermachen können. Und damit geht uns ein großer Teil von Substanz verloren. Ich weiß nicht ob das bei Ihnen auch mittlerweile ein Thema ist. Arbeiten Ausführen mit Leiharbeitern zu Niedrigstlöhnen um überhaupt noch wettbewerbsfähig zu bleiben. Ich hoffe das die Auftraggeber irgendwann verstehen das damit die Qualität und die Auswahl der Firmen abnehmen. Im Ausland gibt es ebenso Fachkräfte die für Ihre Arbeit in Deutschland genauso bezahlt werden sollten wie alle andern. Dann wäre dem Dumping schon ein Riegel vorgeschoben. Wie in der Schweiz.Aber das funktioniert ja bei uns schon nicht zwischen Ost und West Arbeiten wir an einer besseren Zukunft
  30. "Aus der Sicht eines Handwerker Gesellen des Kraftfahrzeuggewerbes" Durch Zufall stieß ich auf diesen Blog und kann dessen nur zustimmen! Wenn man aber sein know how gut verkaufen kann und mit Leistungen die nicht von der "Stange" sind glänzen kann, hat man bei Kunden auch gute Chancen den Zuschlag zu bekommen! Leistungen am Preis zu beurteilen ist leider die Regel. Und wird es immer geben. Aber gute Handwerker werden immer überleben. In diesem Sinne. Frohes Schaffen
  31. Du sprichst mir aus der Seele und, wie ich sehe, vielen Anderen auch. Wir im Heizungshandwerk werden damit auch ständig konfrontiert. Wir haben hier im Umkreis einen Heizungsbauer der unschlagbare Angebote macht. Wenn man allerdings das Resultat seiner Arbeit sieht, rollen sich einem die Fußnägel. Da werden Lehrlinge morgens eingewiesen was sie zu tun haben und nach 9 Stunden kommt ein Geselle und nimmt die Anlage in Betrieb. Über diesen Heizungsdiscounter könnte ich mittlerweile ein dickes Buch schreiben.
  32. Ja, das Handwerk schafft sich ab. Aber im Raum Frankfurt/Main ganz anders: wir haben 7 Monate gebraucht jemandem zu finden, der eine Trockenwand baut und eine Tür in eine tragende Wand. 9 von 10 Handwerkern rufen nicht zurück. Trotz mehrmaliger bitte. Wenn denn einer das Projekt abgesehen hat dauert es Wochen für ein Angebot - wenn überhaupt eines kommt. Überhaupt: man arbeitet "eigentlich" nicht für Privatpersonen. Trockenwand geht noch aber auf die Tür keinen Bock. Ein deutscher Handwerker konnte nicht mal ein halbwegs lesbares Angebot schreiben. Letztlich hat es eine ungarische Truppe gemacht. Zur Zufriedenheit trotz Sprachbarriere. Wir suchen außerdem seit 2 Jahren jemandem, der uns eine Lüftung einbaut. Seit 2 Jahren! Und nein, um Geld geht es nicht, ist vorhanden. Es soll einfach nur gemacht werden. Bitte!
  33. Ein herzliches "Grüezi us dr Schwyz" an Alexander Baumer und Handwerkskollegen und ein Vergeltsgott für diesen Block. Wir führen ein Planungs- und Einrichtungsunternehmen für die Gastronomie, Hotellerie und das Lebensmittel verarbeitende Gewerbe, mit Dienstleistungen wie Montagen und Service/Kundendienst. Die Auftragslage in der Schweiz ist reichhaltig aber natürlich auch sehr umkämpft, und auch hier zählt bei vielen nur noch der Preis. Für unser Unternehmen wie auch für andere Handwerksbetriebe sind es allerdings nicht nur die nationalen Mitanbieter, sondern vermehrt auch "Auswärtige" welche uns mit Biiligangeboten die Aufträge streitig machen. Das schweizer Lohnniveau liegt traditionell höher als im übrigen Europa, was auch so sein muss, da auch die Lebenshaltungskosten höher sind. In unserem Unternehmen verrechnen wir unseren Kunden, je nach Qualifikation der Mitarbeiter, Stundenlöhne zwischen 95.00 und 140.00 chf pro Stunde, bezahlen allerdings Stundenlöhne zwischen 40.00 chf für Hilfskräfte bis 75.00 chf für qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Auswärtige" Angebote, alle Handwerksbranchen betreffend, aus dem EU-Raum liegen zum Teil bei 30.00 bis 50.00 chf/h, wobei die Arbeiter/Subunternehmer 8.00 - 12.00 € erhalten, teilweise am Wochenende arbeiten müssen und in schlechen Unterkünften oder im Bauwagen übernachten. Und die Sozialleistungen, wenn überhaupt welche abgerechnet werden, fliessen in andere Länder. Eigentlich ist das nicht erlaubt, aber wo kein Kläger . . . und selbst der Bund, Kantone und Kommunen vergeben solche Aufträge, "man muss ja international ausschreiben, weil mit der EU bilaterale Verträge bestehen" Allerdings sind es nicht nur die Dienstleistungen, welche immer mehr dem Preisdruck unterliegen. Wir selber produzieren mit unserem Partnerunternehmen in Italien die entsprechenden Artikel und Möblierungen für Gastroküchen, Kühlanlagen, Buffets usw. mit langjährigen Mitarbeitern, welche auch als Teil des Unternehmens behandelt und bezahlt werden. Nun gibt es, zu den etablierten, seriösen Anbietern, aber immer mehr "Internetganster" welche in Shops Artikel für die Gastronomie anbieten. Darunter sind auch solche, welche das Blaue vom Himmel versprechen (lügen) und mit Billigstpreisen und Billigstartikeln den Markt manipulieren. "Seriös" ist da oftmals nur die Dividende für die Investoren aus China, Saudiarabien, Russland etc. Noch können wir es uns leisten nicht jeden Auftrag annehmen zu müssen, bzw. auf sogenannte Gegenofferten, welche auch nicht immer der Wahrheit entsprechen, nicht einzugehen. Bei uns kostet es was es kostet. Auch Zukunft wird das Handwerk goldenen Boden haben, als "Einzelkämpfer" wird das geschäftliche Überleben aber vermutlich immer schwerer. Zusammen statt gegeneinander, Synergien erschliessen, Netzwerke ausbauen usw. ist da die Devise gegen die Billig-Konkurrenz. Es istvermutlich nur eine Frage der Zeit, wann billige Internetanbieter versuchen auch beim Handwerk den grossen Teil vom Kuchen zu erhalten. Amazon, Zalando, UberTaxi, Hotelvermittler etc. lassen grüssen. Aber nichtsdesdotrotz: Qualität und Dienstleistung, Seriosität und Freundlichkeit werden das Handwerk weiterhin interessant machen, für Kunden und Unternehmen
  34. Das hast du vollkommen richtig gesagt! Auch in unserer Brache gibt es immer wieder unnötigiges Preisdumping! Ich frage mich dann immer wie solche Firmen ihre Mitarbeiter anständig bezahlen wollen? Arbeiten die alle zum Mindestlohn ?? Meiner Meinung nach haben Facharbeiter eine angemessene Bezahlung verdient !!! Qualität hat seinen Preis!
  35. Guten Tag Herr Baumer, Architekten hier mit ins Boot zu nehmen, dass diese Schuld darin sind, dass die Preise sinken und noch mehr Rabatt und noch mehr Rabatt ... finde ich nicht in Ordnung. Mein Mann ist Architekt und arbeitet hervorragend mit seinen Handwerkern zusammen. Einzeln und als GU. Die Preise sind, wie sie sind. Wenn dem Bauherren diese nicht recht sind, passen diese Personen eben nicht zusammen. Die Materialkosten steigen im Quartalstakt, aber der Preis soll nach unten korrigiert werden? Also bitte, wer soetwas macht und in Ihrem Falle ein Berufskollege recht offensichtlich, braucht sich nicht wundern, wenn er pleite geht. Ich bitte hier, Ihre gemachte Aussage noch Mals zu überdenken. Beste Grüße
  36. Wenn der Staat nicht 70% unserer Arbeit in Form von Steuern stehlen würde sähe das anders aus. Auch die "Billigarbeiter" werden durch den Staat quersubventioniert. Also auch auf unsere Kosten.
  37. Hallo zusammen, ich sehe unsere Situation auch seit Jahren immer negativer, ich hatte schon das Gefühl das ich das kalkulieren verlernt hätte.,,,, Aber das stimmt nicht. Immer wieder bin ich auf Baustellen, meist private, wo unsere polnischen Nachbarn Fliesen legen oder Malern. Die Kollegen arbeiten für 19,0€ + MwSt auf Rechnung. Da haben wir keine Chance mit unseren Preisen, Handwerkskammer, Schlechtwetterkasse, Berufsgenossenschaft usw. Im Fliesengewerbe ist der Tarifliche Stundenlohn für Angestellte 19,50€ + aller Nebenkosten. Das sagt doch alles. MfG K.Reese
  38. Lieber Herr Baumer, ich finde es ebenso bedauerlich wie Sie, dass es mitlerweile soweit gekommen ist, dass hier einige in diesem Land für lau arbeiten...aber die Schuld auf den Architekten zu schieben, ist nicht fair oder Sie sind bisher an die Falschen geraten. Ich bin auch Architekt und wir sind mitlerweile in der selben Lage wie Sie, dass hier niemand mehr für unsere Leistung entsprechend Geld zahlen will, obwohl wir für alle die Verantwortung übernehmen müssen... Die die sich hier eine goldene Nase verdienen sind meist die Bauherren und Maklerbüros, die immer höhere Rendite erziehlen wollen, weil sie vielmals überhaupt keinen Bezug zum Bauen und zum Handwerk haben. Wir erstellen oftmals Preisspiegel und geben Empfehlungen, nicht die Günstigsten zu nehmen sondern die, wo wir wissen das die Qualität stimmt...aber Ihre Mitstreiter bieten dann oftmals zum halben Preis an und dann interessiert das den Bauherren nicht mehr oder er wundert sich dann, wenn genau diese Firma plötzlich doppelt so teuer ist wie der Zweitanbieter, weil sie über Nachträge ihr Geld wieder reinholen... Das Problem liegt in diesem Wirtschaftssystem, jeder will billig einkaufen, Billigfleisch, Billigmöbel - wen wundert es da dass sich dieses Problem nicht auch im Handwerk breit macht...aber keiner fragt nach, ob man mal eben 50% Rabbat auf ein Auto bekommen kann, das zahlt dann plötzlich jeder kommentarlos... was für eine trautige Welt
  39. Ich muss zugeben, dass ich momentan viel selber mache. Befinde mich derzeit aber auch noch in Ausbildung und habe zwei Kinder. Falls ich jedoch in den Genuss kommen werde, mir einen Handwerker zu leisten, denn ich schätze diese Arbeit durchaus, dann entscheide ich mich nicht nur nach dem Preis. Für mich muss Sympathie dabei sein, denn ich bleibe gerne beim gleichen Fachmann. Das gibt mir persönlich ein Gefühl von Sicherheit und gegenseitiger Wertschätzung. Leider fehlt das auch in anderen Branchen wie z.B Alten- oder Krankenpflege. Ich lerne Kinderpflegerin, da geht es eigentlich ganz gut mit der Wertschätzung. Jedenfalls war mir diese tolle Erfahrung gegönnt, obwohl ich erst in Ausbildung bin. Ich kann nur dazu ermuntern, einen Preis zu verlangen, der Sie gut schlafen lässt. Das machen Sie goldrichtig! In diesem Sinne - gute Nacht.
  40. Hallo Herr Baumer, Vielen Dank für die offenen und ehrlichen Worte, es tut gut zu sehen, dass auch andere Handwerker erkannt haben, das der billigste Preis nicht die Lösung und auch nicht das Ziel unseres Lebens sein kann. Nach Lektüre ihres Blogeintrags sehe ich mich in meiner Preispolitik gestärkt, auch dafür vielen Dank. Und weiterhin viel Erfolg.
  41. Sehr geehrter Herr Baumer, mit ihrem Schreiben treffen sie den Berühmten Nagel auf den Kopf und versenken ihn mit einem Schlag! Auch bei uns im Sanitär und Heizungs Gewerbe gibt es solche Mitbewerber die Preise drücken, obwohl ihre Auftragsbücher voll sind, was zu noch mehr Unverständnis führt, darüber hinaus bieten renommierte und alt eingesessene Firmen an, das Kunden die Wahre im Internet kaufen und durch die Firma eingebaut wird. Obwohl ihnen eigentlich bewusst sein müsste wenn wir Firmenchefs am Material nichts mehr verdienen, es sich eigentlich nicht mehr rentiert eine eigene Firma zu betreiben, nicht falsch verstehen ich will mir keine Goldene Nase verdienen, ich möchte nur anständig für meine 70 bis 80 Stunden Woche bezahlt werden . Es ist nur zu hoffen das sich auf lange Sicht Qualität durchsetzt und diese Preisdumper verschwinden ! Mit freundlichen Grüßen Christian Aigner Christian Aigner
  42. Aber das trifft ja nicht nur das Handwerk! Alle Berufe im Sozialbereich sind doch genau so betroffen – eigentlich alle, die nicht der deutschen Wirtschaft dienen! Beim Kinderarzt sieht die Realität so aus: er bekommt für eine Impfung von der Kasse 7,20 €. Der Patient holt sich seinen Bonusstempel und bekommt für die Impfung i.d.R. 10 € – das sind 2,80 € mehr dafür dass er seine Gesundheitsschutze, als der Arzt, der die ganze Verantwortung dafür trägt. Das ist eine verkehrte Gesellschaft, was sich irgendwann rächen muss!
  43. Genau dies hatte ich vor kurzem wieder. Kunde bestellt zum Angebot. Alles vor Ort vermessen notieren und Kunde fragt nach Preis sofort. Ich gebe hierzu immer als Antwort das ich erst alles genau berechnen muss Flächen udgl gerade wenn Räume so verwinkelten sind. Dann Zuhause hinsetzen rechnen kalkulieren wie immer. Von der zeit spricht eh nie jemand. Dann Angebot ab an Kunden, Antwort nach paar Tagen, das übersteigt leider mein Limit. Ich gut wie ich bin nochmal gerechnet und abgeändert damit weniger wird. Guter preis weniger wieder ab zu Kunden. Keinerlei Reaktion mehr. Zeit ja die haben wir ja zum vergeuden. Andere Kundin vor kurzem Angebot machen lassen, dann fragen wie man abrechnet, qm oder zeit. Wieso steht im Angebot eigentlich alles drin? Antwort dann von Kundin das ist uns deutlich zu teuer. Ja sollen wir wohl doch bald Geld mitbringen wenn wir wo arbeiten wollen? Fakt ist wenn jemand gleich zu Anfang fragt und wissen will ist meist schon was krumm. Ich muss sagen für billig damping Preise geb ich meine Leistungen nicht ab. Leider gibt's halt viele die dies praktizieren und somit kommt es zu unserem Verfall der uns allen das Leben und Geschäft schwer macht und such kaputt. Ich werde weiterhin nicht zu billig Preisen arbeiten, nein, denn Qualität geht nicht für Butterbrot. Zumal unsere Gewähr Leistung auch im Raum steht und das mit billig nie Erfüllbar ist. Das ist wichtig zufriedene Kunden die wissen und schätzen was unsere Leistungen wert sind und das es nicht zum Butterbrot geht. Dies sollten alle Handwerker Gewerke wieder sich mehr zu Gemüte nehmen, gelernt haben wir es alle auf der Meisterschule, oder...? In diesen Sinne Kollegen lasst es uns alle besser machen und uns nicht kaputt machen gegenseitig durch 2,50 Euro Angebote.
  44. Hallo Herr Baumer, sie treffen den berühmten Nagel auf den Kopf, ich bin als Friseurmeister seit fast 30 Jahren selbstständig und seit dieser Zeit auch in der Innung, sowie seit 6 Jahren Kreishandwerksmeister. Wir sich das Friseurhandwerk entwickelt hat ähnelt dem der anderen Gewerke, es soll ständig auf sehr hohem Niveau, mit den besten Produkten und natürlich am liebsten zu Preisen wie vor 20 Jahren gearbeitet werden. Mich ärgert es, dass wir Handwerker ständig unsere Preise erklären und uns noch dafür Entschuldigen müssen, wir wollen doch auch unsere Angestellten angemessen bezahlen und ganz ehrlich, wir wollen und dürfen auch was verdienen. Das große Problem ist doch, dass viele Kunden gar nicht wissen, was ihr eigener Stundenverechnungssatz in ihren Betrieben,Sparkassen u.s.w. ist. Sie kennen alle nur ihren Bruttolohn und glauben, dass dies alle Kosten sind die in dem Unternehmen für sie anfallen. Wüsste zum Beispiel ein Angestellter einer Bank/Sparkasse, dass jede Stunde zwischen 40 und 60 € kostet, dann ist es leichter zu verstehen, was auf der Rechnung eines Handwerkers mit Stindenverrechnungssatz gemeint ist. Viele Kunden denken doch, das dies der Bruttolohn des Gesellen oder des Meisters ist. Nur wer wer weiß was er seinem Betrieb kostet, kann die Leistung des Handwerkers ein- und wertschätzen. Auch ich habe,für mich und meinen Betrieb den Weg gewählt nicht zu den Billigfriseuren zu gehören, sondern einen angemessenen Preis, für eine Hochwertige Arbeit zu verlangen. Ich hoffe das viele unserer Kollegen Ihren Artikel lesen und zur Vernunft kommen, denn wir Handwerker haben lange genug zugesehen wie unser Ruf und Image zerstört wurde, es ist an der Zeit dagegen vorzugehen und das Handwerk wieder zu dem zu machen was es ist, Unersetzbar.
  45. Sehr geehrter Herr Baumer, ich habe mit großem Interesse Ihren Blog gelesen. Ja Sie haben vollkommen recht. Immer höher, weiter und schneller und das um jeden Preis. Besser gesagt zu jedem Preis. Und genauso wie Sie bin auch ich aus dem Handwerk und genauso wie Sie bin ich für wertschätzenden Respekt und dafür das Leistung Geld kosten muß. Ich bewege mich mit meinen Produkten und Dienstleistungen im B2B und nicht wie Sie im Endkundengeschäft. Und eines können Sie mir Glauben. Die Unternehmer die ich bedienen sind noch viel weniger bereit faire und gerechte Preise zu bezahlen für Produkte und Dienstleistungen. Jede Dienstleitung ist selbstverständlich geworden und wenn man einen Händler findet der es ein oder zwei Cent günstiger macht (nicht besser) geht das Abtauschen sehr schnell. Also von daher kenne ich jede Menge Gewerbetreibende die sich keinen Deut besser Verhalten. Warum ich Ihnen aber schreibe … Wie soll sich ein Angestellter einen Stundensatz von deutlich über 60 Euro leisten können? Und, und das finde ich noch gravierender, welches Selbstverständnis hat das Handwerk von sich? Ein Beispiel von vielen. Ich habe vor ein paar Jahren einen Schreiner gesucht. Auftragswerk ca. 30.000 Euro. Mir ging es nicht um den billigsten, sondern um den der das für mich beste Verhältnis abbildet. Von dreizehn kamen vier gar nicht zu dem vereinbarten Termin. Von den neun haben fünf gar kein Angebot geschickt (mit welchem Recht verbrennen die meine Lebenszeit?) einer war betrunken einer brauchte 3 Monate für ein Angebot und die beiden verbleibenden lagen recht nah beieinander. Leider habe ich den gewählt der unter anderem auf meinen Kosten Insolvenzbetrug begangen hat. Meinem Geld und der Leistung laufe ich heute noch hinterher. Ich könnte an dieser Stelle noch einige Beispiele aufführen. Nur keine Positiven. Im übrigen Ich bin in der Gastronomie groß geworden. Von daher sind Ihre aufgeführten Arbeitszeiten und Stundeleistungen für mich normal. Und ich war immer noch am arbeiten wenn der Handwerker mit seiner Familie dann mal sein Wochenende genossen hat. Wir sollten aufhören zu jammern. Wir sollten damit beginnen eine Leistung abzuliefern die ihr Geld wert und bezahlbar ist. Und nur mal am Rande .. ein Schnitzel müßte schon viele Jahre mindestens 35 Euro kosten damit die Menschen hinter den Kulissen vernünftig bezahlt werden können ;-) Werden Sie das bei Ihrem nächsten Familienausflug bezahlen ? Beste Grüße Andreas Bertram
  46. Absolut auf den Punkt gebracht. Vielen Dank für diese Ausführung zu dem und anderen Handwerken. Ich schließe mich dem an.
  47. Das spricht mir aus dem Herz! Es gibt für uns auch nur noch, die Kunden bezahlen unseren Preis oder bekommen keine Leistung.
  48. Hallo Herr Baumer, alles super Beiträge, die den Nagel auf den Kopf treffen. Ich habe aber das Gefühl, dass diese Beiträge nur von Gleichgesinnten gelesen werden und nicht von denjenigen die es angeht. Ich bin Fliesenlegermeister und Sachverständiger für das Fliesengewerbe. Wir hatten von der Handwerksnovellierung (2004) ca. 26 000 Fliesenlegerbetriebe Bundesweit. Heute sind es über 70 000. Die vielen (ich nenne sie immer "No-Name" ) Fliesenleger haben, das habe ich als Sachverständiger festgestellt, erhebliche Defizite in der Materialkunde und noch mehr im kalkulatorischen Bereich. Wir sind heute bei einem Verlegepreis von ca. 48,- € für 30x60 Fliesen an der Wand. Ich habe ein Angebot von einem "No-Name" Fliesenleger vorliegen mit 20,- € für Wandbelag und 18,- € für Bodenbelag. Allgemeine technische Vorschriften oder anerkannte Regeln der Technik sind für die ein Fremdwort und so arbeiten sie auch. Ich frage mich ständig: "Wo bleibt hier der Verbraucherschutz"? Von der Politik wird der Verbraucher als dumme, heilige Kuh hingestellt die nicht selbst denken kann. Deshalb hat man das Verbraucherschutzgesetz ins Leben gerufen. Ihr wisst ja selber, wie es mit euren Unterschriften zur Auftragsvergabe aussieht welche Steine wegen "Verbraucherschutz" in den Weg gelegt werden. Ich würde schon sagen, man müsste sich an die Politik wenden. Aber das ist vergebliche Liebesmüh. Vor der Novellierung sind unser Landesinnungsobermeister und unser Geschäftsführer nach Berlin gefahren und haben dort mit einigen Abgeordneten geredet. Einer von der SPD konnte überzeugt werden, dass die Novellierung nur Nachteile fürs Handwerk, Qualität und Ausbildung bringt. Am Schluss des Gespräches hat er dann wörtlich gesagt: "Sie haben mich überzeugt, dass der Meisterzwang bleiben muss, aber wenn es zur Abstimmung kommt, muss ich für meine Partei die Hand heben". Und so sind wir auch verschaukelt worden. Wir haben schon vor Jahren den Weg, wie Sie Herr Baumer, eingeschlagen und setzen nur noch auf Qualität. Gut, unser Betrieb besteht seit mehr als 30 Jahren (jetzt mein Sohn) und arbeiten in einer ländlichen Gegend (Alb-Bodensee) und können von der Mundwerbung gut leben. Wir haben in der Zwischenzeit auch zwei Architekten, die auf echte Qualität setzen. In der Stadt ist dies sicherlich wegen der Anonymität anders (leider). Herr Baumer, ich kann nur sagen: "Weiter so". Vielleicht entscheiden Sie sich doch noch für einen Innungsbeitritt. Dort sind viele Gleichgesinnte mit denen man sich austauschen kann. Kopf hoch und weiterhin viel Glück Hermann Buck
  49. […] Das Handwerk schafft sich ab! Selbstzerstörung vom feinsten… […]
  50. Sehr geehrter Herr Baumer, Ihren Artikel habe ich mit Interesse gelesen. vor 38 Jahren habe ich meinen Betrieb gegründet und habe alle Tiefen und Höhen durchlebt. Seit 3 Jahren bin ich Rentner und führe den Betrieb mit 20 Mitarbeiter nur noch als Hobby. Ich nehme nur noch die Aufträge an, die mir Spaß machen. Das kann ich, weil meine Grundversorgung durch die Altersversorgung gesichert ist. Es gibt keine Existenz Angst mehr. Das Ergebnis ist erstaunlich und das Finanzamt freut sich. Warum ich das schreibe, es hat 38 Jahre gedauert mich frei zu machen von Existenzangst, Bauträgern und Architekten. Unsere Leistungen und die gute Arbeit meiner Mitarbeiter sind gefragt und werden kommentarlos bezahlt. Den jungen Kollegen kann ich nur den Tipp geben: Macht Euch frei von den Zwängen, die Euch andere auferlegen. Liefert eine gute Qualität, dann kommen auch autom. gute Aufträge. Seriöse Auftraggeber gibt es genug und die wissen seriöse Handwerker zu schätzen. Der akadem. Titel ist kein Garant für Seriösität, wie Sie selber erfahren haben. Diese Erfahrung habe ich oft gemacht, bis ich gelernt habe. Vielleicht sollte mal jemand ein Bewertungsportal für Kunden schreiben. Dann wären sicherlich gerade junge Handwerksmeister gewarnt. Ob das rechtl. möglich ist, weis ich nicht. Und mal ehrlich: Ein Akademiker hat eine Fachausbildung Ein Handwerker ist Praktiker Fachplaner Kaufmann Jurist Ausbilder Unternehmer Lasst Euch das bezahlen, damit auch Ihr mit 60 Jahren Eure Firma als Hobby weiter führen könnt. Mit kollegialem Gruß Hans-Willi Leven
  51. […] 01.03.2017 habe ich meinen Blogbeitrag auf meiner Homepage veröffentlicht und auf Facebook geteilt. Ein Blogbeitrag, entstanden aus einer […]
  52. Toller Bericht der mE ganz deutlich zeigt: Die Leistungserbringer im Handwerk sind in den Augen der Kunden total austauschbar. StartUps lösen das Problem mit einer klaren Positionierung, Unternehmen mit einer differenzierenden Markenstrategie. Welchen Mehrwert bieten sie, den der Wettbewerb nicht hat? Welche Probleme lösen sie für ihre Kunden besser als ihr Wettbewerb? Wenn sie sich darauf konzentrieren & dafür sorgen, dass ihre potentiellen Kunden davon erfahren, werden sie nicht mehr austauschbar sein & das Preisspiel dürfe aufhören... Viel Erfolg & alles Gute:)
  53. Hallo Herr Baumer und liebe Handwerker, ja die Zeiten sind schwerer geworden, es geht um Preis- und Revierkämpfe. AAber da gibt es einen Ausweg und die heisst SPEZIALISIERUNG, Einzigartigkeit und Anders Als Alle Anderen sein, geben Sie Nutzen-Argumente, Garantien und noch mehr Service. Ich sehe bei vielen KMUs, dass sie sich gegenseitig kopieren, über 90% der Betriebe haben keine klare Positionierung und keine Strategie, wer über Preis verkaufen muss, der hat schon verloren, mal ehrlich wie sieht so eine Arbeit aus für 1200 Euro für 8 Zimmer? Was ist das für ein Arzt, der sich das erlauben kann und vor allem Herr Baumer, Sie haben sogar 1-2 Stunden Zeit investiert für nichts!? Wie konnte das soweit kommen? Ihre Webpräsenz finde ich gut, da hätte ein Telefonat im Voraus das Ganze klargestellt, dass Sie 1a Qualität liefern und das Qualität seinen Preis hat dürfte jedem bekannt sein. Herzlichsts Utku Akkoc
  54. Na dann sollten alle "armen" Handwerker hier weiter neoliberale Gutparteien wie CDU, SPD und Co. wählen! Merkt hier keiner, dass vor allem die öffentliche Hand nur bestehendes Gesetz befolgt? Ich bin im ÖD und "darf" beinahe täglich kleinere und große Baumaßnahmen managen. Glaubt ihr, dass es Spaß macht, ständig für jeden Mist Angebote einzuholen und den "wirtschaftlichsten" Anbieter zu suchen? Oder das Ding, dass ständig neue Gesetze und Anforderungen, die mittlerweile an Irrsinn nicht zu überbieten sind, das Arbeiten fast unmöglich machen. Viele Handwerker können und wollen da schon nicht mehr und bewerben sich einfach nicht mehr - vollkommen nachvollziehbar! Im Privaten passiert allerdings das, was hier bereits besprochen wurde. Wenn der Angestellte oder Arbeiter gerade so viel verdient, dass es zum Leben reicht (jedes Jahr nen neuen TV, alle zwei Jahre nen neues Auto und jährliche vierwöchige Urlaube zähle ich nicht dazu - das ist Klagen auf frech hohem Niveau!), wird er selbst auch keine Handwerker bezahlen. Wenn sich alle allgemeinnotwendigen Preise am Lohngefüge der prozentual wenigen (realitätsfern) hoch bezahlten Industriejobs orientieren und auch solche Menschen dann bspw. für eine Pizza nur 8€ bezahlen wollen, dann kann ich ohne zu orakeln sagen, dass sich Deutschland im allgemeinen Nettowarenkorb noch weiter nach unten bewegen wird...hauptsache "wir" sibd Weltmeister - in was auch immer. Bekommen "wir" dann auch Millionen im Jahr? Mhhhh.... Wenn wir als Bürger jedoch ständig weiter dem überbezahlten Veralberungsmarkt aus geldaffinen Juristen, selbstbezogenen Politikern, egoistischen Finanzraffern, leeren Qualitäts- und Optimierungskanzleien, verblendenden Medizinern oder wegwerforientierter Totalverblödungsindustrie unterstützen und das eigene Verhalten nicht grundlegend "normalisieren", dann wird sich nie etwas ändern! Wenn ich das Wehklagen hier lese, sehe ich quasi fast nur Menschen und typisch kleinbürgerliche Deutsche, die sich aufregen, dass das eigene Auto vor der Garage 100PS weniger hat, als das des Nachbarn. Hier fängt merkwürdigerweise niemand an, das Grundsystem anzuzweifeln und das giergetriebene Krebsgeschwür in unserer Gesellschaft, Wirtschaft und damit unserem Leben anzugreifen! Das Lied der schlesischen Weber sollte sich jeder...ob gebende oder nehmende Hand...mal wieder ganz genau zu Gemüte ziehen.
  55. Das Zauberwort heißt "Nachtragsmanagement". Lieber Herr Baumer fragen Sie doch mal in der Arzpraxis nach wie hoch die Rechnungssumme war und was der Kollege noch alles nachträglich "Eingebaut " hat. War beim Abdecken des Bodens für 1 Euro auch das Abkleben der Sockelleisten dabei oder war das schon der erste Nachtrag usw. Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass bei solchen Firmen der Angebotspreis und die Rechnungssumme zwei völlig verschiedene Schuhe sind. Diese Firmen arbeiten in der Regel mit einem höheren Gewinn als kleine Firmen, es wird nur anders verpackt.
  56. […] Baumer, sie haben einen Blogbeitrag geschrieben, der im Netz für Furore gesorgt hat. Er wurde inzwischen mehr als 800.000 Mal gelesen […]
  57. Interessent Müller-Schulze ruft bei Handwerker A an, lässt sich ausführlich beraten und ein schickes Angebot unterbreiten und geht damit zu Handwerker B, um den Angebotspreis zu drücken. “Das ist bitterer Alltag”, sagen viele unserer Kunden aus dem Handwerk. Und das trifft auf nahezu alle Branchen zu. Wir als Verkaufstrainer stellen häufig fest, dass Klein- und Mittelständische Unternehmer fachlich gut ausgebildet sind und häufig über eine gute Infrastruktur verfügen. Wir stellen jedoch ebenso häufig fest, dass es im Rahmen der Beratung des Kunden und der anschließenden Angebotserstellung an einem Punkt hakt: der Überleitung von der Beratung zum Verkauf. Schafft es der Unternehmer, von der Beratung in den aktiven Verkauf zu kommen, reduziert sich der oben beschriebene Ablauf signifikant und die Abschlusszahlen steigen deutlich an. Und hier ist verkäuferische Kompetenz gefragt. Gezielte Fragen, was dem Kunden wichtig ist, und vor allem die Frage nach dem “Warum?” liefern die notwendigen Informationen zum Nutzen und Kaufmotiv. Anschließend eine kurze Vereinbarung zur zukünftigen Kommunikation runden die Einleitung ab. Nun geht es in den aktiven Verkauf. Die Sinnhaftigkeit, den Kunden mit vielen Leistungen zu überhäufen, sollte an dieser Stelle überprüft werden. Aus unserer Sicht, ist weniger an dieser Stelle mehr. Die genannte Leistung sollte stets zum Nutzen des Kunden passen und das Kaufmotiv bedienen. Anschließend wird der Kunde gefragt, ob er mit der Leistung einverstanden ist, bevor es darum geht, gegebenenfalls vorgebrachte Vorwände zu erkennen, Einwände zu entkräften und schlussendlich bei der finalen Abschlussfrage zu landen. Klingt einfach – ist es im Prinzip auch. Investieren Sie bitte in Ihre Verkäufer-Fähigkeiten. Besuchen Sie ein Verkaufsseminar. Innovative Anbieter haben ihre Angebote dahingehend optimiert, dass Sie Urlaub und Weiterbildung verbinden können. Sie als erfolgreiche Unternehmer arbeiten viel und haben wenig Zeit. Gerade in der Start-Up-Phase können es sich die wenigsten Unternehmer leisten, in Urlaub zu fahren. Da bietet es sich geradezu an, die notwendige Weiterbildung mit ein paar Stunden Erholung zu verbinden. Diese kreativen Pausen sind notwendig, da im Alltag oft wenig Zeit übrig bleibt, um der unternehmerischen Kreativität freien Lauf zu lassen. Des Weiteren bieten Weiterbildungen die Möglichkeit, sich mit Verkäufern aus Ihrer und angrenzenden Branchen zu vernetzen. So lässt sich in angenehmer Atmosphäre ein Cross-Networking betreiben – der sinnvollen Vernetzung von Branchen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber ungeahnte Potenziale freilegen. Vielen Dank für diesen interessanten Blog, Herr Baumer!!
  58. […] seinem aufsehenerregenden und vielbeachteten Beitrag “Das Handwerk schafft sich ab! Selbstzerstörung vom Feinsten…”, schrieb sich mein Malermeisterkollege Alexander Baumer seinen aufgestauten Frust von der […]
  59. Lieber Herr Baumer, mit Ihrem Artikel haben Sie ganz gehörig in ein Wespennest gestochen und eine positive Lawine losgetreten. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch. :-) In Ihrer Analyse zur Situation, gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht! Gänzlich anderer Meinung bin ich allerdings, was mögliche Maßnahmen zur Überwindung dieser angeht. Kurz gesagt, ist meine Meinung und meine Empfehlung: Sich nicht um unqualifizierte, nicht rechnen könnende und beratungsresistente "Handwerkskollegen" zu kümmern. Dafür die Konzentration auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten. Motto: Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner! Zum Thema schrieb ich einen ausführlichen Blogbeitrag, den Sie hier nachlesen können, soweit es Sie interessiert: http://opti-maler-partner.de/blog/das-handwerk-schafft-sich-ab-gibt-es-eine-revolution-nein-bestenfalls-ein-laues-stuermchen-im-wasserglaeschen.html Mit farbenfrohen und :-) Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner, Werner Deck
  60. Sie können es so machen, wie Malermeister Werner Deck, indem Sie sich auf Auftraggeber spezialisieren, die keine Lust auf Eigenleistung, aber viel Geld haben. Das reichte allerdings auch nicht und deshalb hatte malerdeck Franchise und Vorträge als Nebengeschäft. Seine angeblich erfolgreiche Nachfolgerin ist mit der angeblich erfolgreichen malerdeck Strategie 2017 in die Insolvenz gesegelt und hat das Stammhaus malerdeck plattgemacht. Malerdeck mit dem Meister Werner Deck ist somit auch Geschichte. Die Industrie arbeitet daran, dass Maler, Fliesenleger, Dachdecker, Maurer, Heizungs- und Elektroinstallateure usw. aussterben. Denken Sie an 3D Drucker, Typenbau, industrielle Fertigung usw. Für die Handwerker bleibt die Reparatur des Bestandes oder Individualbauten für Superreiche. Im Privatbereich nimmt einen großen Teil der Aufträge auch die Nachbarschaftshilfe weg. Also was ist zu tun? 9 einfache Gedanken: 1. Die Betriebsgröße an die Auftraggeber anzupassen. Über 100 Leute für Großbaustellen und selbst mitarbeiten bei einem Reparaturunternehmen, 2. Endlich verstehen, dass ein Meistergehalt nur der Meister bekommt und nicht der Geselle. Ich zahle keine 50 €/h für einen Gesellen. Für 50 €/h arbeitet der Meister auf meiner Baustelle und fährt nicht mit dem SUV spazieren, 3. keine 40 % Aufschläge mehr am Material nehmen, sondern nur noch ein Dienstleistungsfee. Es ist für jeden Kunden unverständlich, dass Material beim Meister sehr viel teurer ist, als im Großhandel, 4. die Meisterin nicht in der Firma mit Dienstwagen beschäftigen, damit diese den Haushalt erledigt, Essen kocht, Belege sortiert und Kinder hütet, 5. die Firmenimmobilie an die Betriebsgröße anpassen, 6. ab und zu mal für den eigenen Bestand bauen und Engpässe überbrücken. Ein Handwerker ohne 10 Wohnungen im eigenen Bestand macht etwas falsch, 7. Preisvergleiche sind in Ordnung. Jeder Handwerker vergleicht die Einkaufspreise vom Großhändler. Genau das macht der Kunde mit den Verkaufspreisen, 8. Handwerksleistungen sind oftmals weder cool noch geil, sind kein Smartphone oder ein Rennwagen, 9. Immobilienleute klagen nicht über geringe Preise oder zu wenig Geld. Einfach mal eine Ebene höher mitspielen.
  61. Wunderbar geschrieben und genau die richtige Einstellung! Nicht Jammern sondern Anpacken und auch mal was Ändern!
    • Alexander Baumer
      Vielen Dank für Ihr positives Feedback. Wer nichts ändert darf auch nicht meckern. Wir haben für uns einen neuen Weg eingeschlagen und gehen diesen Konsequent. Leider fungieren viele meiner Kollegen immer noch nach dem Motto: " Das haben wir immer so gemacht also bleibt das auch so!" Schade drum ... VG Alex Baumer
  62. Hallo Herr Baumer, ich bin nur ein "Kunde" und verdiene derzeit 8,90€ fast Mindestlohn,als ausgebildete Akademikerin!! Können Sie verstehen, dass ich meine Wohnung vom günstigen Maler streichen lassen will, zumal ich schon ganz oft festgestellt habe , dass ein teurer Handwerker nicht gleich ein guter Handweker ist. Keiner garantiert mir eine gute Leistung, aber meistens einen hohen Preis, ausserdem können sich die Handwerker gerade rundum den Bau, momentan jeden Auftrag aussuchen. Ich habe 9 Monate auf den Maler gewartet, nein es war nicht der Billigste. Seine Arbeit für die er 2 Tage veranschlagte hat er 7 gebraucht, weil er permanet bei anderen Leuten Zwischenaufträge ausgeführt hat und dann war er auch noch so frech mir 7x die Anfahrt zu berechnen. Jaja schwarze Schafe gibt es überall. Die meisten Handwerker ausser Schneider-die verstehe ich-jammern echt auf hohem Niveau. Und, dass Handwerker unzuverlässig sind, ist ja wahrlich kein Einzelfall, hören Sie sich mal um unter den KUNDEN. Ich könnte aus dem Stehgreif mindestens 10 Geschichten erzählen. Und, dass Geiz geil ist muss sich wohl jeder auf die Fahne schreiben, seit man bei Aldi und Konsorten zum Einkaufen geht. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit ihrer Preispolitik und hoffe, dass Sie sich durchsetzen können, denn dann verdiene ich vielleicht auch mal etwas mehr.
    • Alexander Baumer
      Hallo Frau Wimmer, vielen Dank für Ihr Feedback. Selbstverständlich kann ich verstehen das Sie Ihre Wohnung von einem günstigen Maler streichen lassen wollen. Dafür gibt es ja auch genügend Malerbetriebe die so etwas günstig anbieten. Versetzen Sie sich aber mal in meine Lage. Ich habe ausschließlich deutsche Facharbeiter mit teilweise über 30 Jahre Berufserfahrung. Die kosten nun mal mehr als der Mindestlohn bzw. der Tariflohn. Jeder meiner Mitarbeiter wird mehrmals im Jahr geschult um immer auf den aktuellsten Stand zu sein. Alles wird teurer. Versicherungen, Benzin, Autos, Werkzeug, Maschinen, Miete. Wir versuchen einen top Service anzubieten indem auch unser Büro fast durchgehend besetzt ist, auch das kostet Geld. Wenn ich das alles zusammen rechne, komme ich eben auf einen Preis den ich verlangen muss damit sich mein Geschäft überhaupt rechnet. Und wir reden hier nicht davon das ich mit 10t € im Monat nach Hause gehe. Jeder Monat ist ein Kampf um alle Kosten begleichen zu können. Deshalb habe ich für mich entschieden einen anderen Weg zu gehen. Weg vom 0815 Maler hin zum Gestalter. Das wir dadurch nicht mehr für jeden Interessenten der richtige Partner sind, ist mir durchaus bewusst. Ein guter Vergleich ist die Autoindustrie. Sie kommen mit einem Dacia von A nach B genau so wie mit einem Porsche oder BMW. Jeder hat seine Zielgruppe und alle sind glücklich in Ihrem Bereich. Dafür gibt es auch in unserem Bereich Betriebe die eben über den Preis verkaufen und dadurch Aufträge generieren. Wir machen das nicht. Unzuverlässige Firmen gibt es in jeder Branche. Bei uns Handwerkern wird das ja mittlerweile auch gerne als Klischee benutzt. Auch das ist ein Punkt wo wir ansetzen und versuchen den Kunden positiv zu überraschen. Letztlich sind wir aber alle Menschen und machen auch mal Fehler. Wer ist schon perfekt? Der Bau Boom ist schön für alle Architekten, Planer, Bauträger und Grundstückeigentümer. Sie glauben aber wohl wirklich nicht das wir Handwerker dort toll bezahlt werden. Bei uns wird der rote Stift angesetzt und zwar richtig. Ich Vergleiche das gerne auch mit einem Möbelhaus. Wir hatten schon Kunden die für Ihre Küche 30t€ zahlen. Die reine Arbeitszeit des Küchenstudios liegt hier beim Aufbau, ca. 3 Tagen a 2 Mann. Alle Schränke und Elektrogeräte sind zugekauft. Das ganze Haus von diesem Kunden zu streichen dauert jedoch 2 Wochen mit 2 Mann. Für den Maler hat der Kunde aber nur 2t€ einkalkuliert. Die Wertschätzung unserer Arbeit ist hier einfach nicht gegeben. Und dann freuen sich die Kunden wenn Sie im Möbelhaus 20% Rabatt bekommen und wollen das beim Handwerker auch. Das wir aber teilweise nur mit 10 % Gewinn kalkulieren können, da wir sonst keinen Auftrag erhalten ist niemanden bewusst. Das Möbelhaus verdient trotz 20% Rabatt noch Unsummen, sonst könnten Hiendl & Co sich Ihre riesen Gebäude und zahlreichen Angestellten wohl nicht leisten. Was bringt einem Handwerksbetrieb eine 150%ige Auslastung wenn dies aufgrund schlechter Preise passiert die sich nicht rechnen? Die ganz großen Projekte werden sowieso nicht durch deutsche Handwerker ausgeführt. Manchmal steht ein deutscher Name drauf aber da kommen dann wieder die SUB´s vom SUB ins Spiel. Anders kann dort kein Geld verdient werden, dass dürfen Sie mir glauben. Da sind Personen am Werk die noch deutlich unter Ihren 8,90 € verdienen. Wie gesagt, sicherlich haben Sie nicht unrecht mit Ihrer Aussage. Jedoch darf man auch nicht denken das alles so rosig läuft nur weil viel gebaut wird. 10 Geschichten von Kunden die einfach nicht zahlen oder unsere vereinbarten Termine nicht einhalten, hab ich leider auch parat :-) VG Alex Baumer
  63. Hallo Herr Baumer, Ihre Feststellung ist sicher richtig. Die Frage ist aber, ob ich überhaupt noch Qualität auch für einen ordentlichen Preis bekommen kann. Gerade nach einem fertigem Hausbau würde ich behaupten: Es gibt keine wirklich guten Handwerker mehr! Die Zeiten zu denen ich sagen konnte "Wow, das hätte ich jetzt nicht so hinbekommen" sind lange vorbei. Gerade auch der von uns beauftragte Maler. Bzw. zwei - weil der erste irgendwann einfach nicht mehr gekommen ist hat keine gute Leistung abgeliefert. Beauftragt wurde ein ordentlicher Meisterbetrieb aus dem Ort. 5-stelliger Betrag für ein 130qm Haus. Völlig ok. Aber die Leistung nicht. Das mache ich als ambitionierter Hobbyhandwerker deutlich besser. Habe ich dann letztendlich auch weil ich keine Lust auf x-fache Nachbesserung hatte. In anderen Gewerken schaut es nicht besser aus. Wenn man nicht alles ganz genau kontrolliert geht´s garantiert schief. Ich bin der Meinung, dass der ambitionierte Heimwerker in den allermeisten Fällen eine bessere Leistung abliefert. Man muss ja schon froh sein, wenn Handwerker am vereinbarten Termin überhaupt kommen. Zu spät kommen sie ohnehin alle. Ich mußte z.B. 4 Sanitärbetriebe anfragen um 1! Angebot zu bekommen. Nicht zum Preisvergleich sondern weil die alle wg. Reichtum geschlossen hatten. Sorry, aber mein Respekt für das Handwerk ist lange weg. Schlechte Leistungen werden ohnehin meistens mit hinnehmbaren Toleranzen (die ja sehr großzügig sind) wegdiskutiert. Ich mach´s lieber selbst sofern es die Zeit zuläßt. Die Preisgestaltung ist nur die halbe Miete. VG Hans-Peter
    • Alexander Baumer
      Guten Tag Herr Hans-Peter, vielen Dank für Ihr Feedback und ich muss zugeben, Sie rennen damit bei mir offene Türen ein. Ihr Situation hat wohl jeder schon erlebt der einen Handwerker gesucht hat. Genau das ist ja im Handwerk das größte Problem. Es gibt 10% richtig gute Handwerksmeister, die mit Leidenschaft Ihren Beruf nachgehen und zu 100% zu ihrem Wort stehen. Die restlichen 90 % sind der Rest vom Schützenfest die Handwerker wurden, weil Sie nichts anderes konnten oder bekommen haben und irgendwie Geld verdienen müssen. Unser System im Handwerk fördert leider solche Personen auch noch. Keinerlei Einschränkungen bei der Vergabe von Meisterbriefen, wenn es Sie denn überhaupt noch gibt. Auszubildenden die sofort nach der Ausbildung den Meister machen. Das sind alles riesige Probleme mit denen wir uns rumschlagen müssen. Aber genau das ist ja mein Ansatz etwas zu ändern. Es ist nirgends leichter sich von der Masse abzuheben als im Handwerk. Pünktlichkeit, sauberes Auftreten und ein freundlicher Umgang und schon hat man einen Stein im Brett. Dies haben wir uns auf die Fahnen geschrieben und das darf bzw muss dann einfach auch mehr kosten. Ich kann Ihren Unmut daher sehr gut verstehen. Nochmals vielen Dank für Ihr Feedback und Ihre Zeit. VG Alex Baumer

Einen Kommentar schreiben