Eine Geschichte aus dem Alttag eines Handwerksmeisters – Sekretärin gesucht

Heute darf ich euch mit einer Geschichte beglücken, die mich selbst etwas überrascht hat bzw. mit der ich so nicht gerechnet habe.

Seit diesem Jahr ist Frau Conny Lederer bei mir als Sekretärin angestellt. Für meinen jungen Betrieb ein riesen Schritt, da ich noch nie eine Sekretärin hatte. Ich muss zugeben, anfangs hatte ich auch meine Probleme, Arbeit abzugeben. Wenn man 7 Jahre gewohnt ist, alles selber zu machen, ist das wohl auch irgendwie normal. Mittlerweile merke ich das es für mich die beste Entscheidung war, da ich mich jetzt um die für mich und meinen Betrieb wichtigen Dinge kümmern kann.

Heute, nach 4 Monaten der reibungslosen Zusammenarbeit, erreicht mich diese Geschichte von Conny, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich bin etwas sprachlos und verabschiede mich mit diesem Beitrag erstmal in den Urlaub. (Was ich noch erwähnen möchte. Mit diesem Beitrag geht es mir nicht darum zu zeigen, was ich für ein super netter Chef bin. Nein! Es geht darum euch auch mal hinter die Kulissen blicken zu lassen und um die wahren Geschichten, die unseren Alltag bestimmen zu zeigen.)

Bis bald euer Alexander Baumer

 

"Wenn man weiblich und Ende 40 ist und der Handwerksbetrieb plötzlich schließt, in dem man in den letzten 10 Jahren beschäftigt war und von dem man dachte, dort wird man „alt und erreicht das Rentenalter“.....hat man nur noch eingeschränkte Möglichkeiten; zumal wenn man bis zum Schluss bleibt und die Firma abwickelt, das Inventar und den Fuhrpark verkauft und alle verbliebenen Mitarbeiter noch bis zum Schluss abrechnet und abmeldet.....!

Ich hatte einige Vorstellungsgespräche, eine feste Zusage und einen sehr netten rein schriftlichen Kontakt mit einem jungen, kreativen Malermeister, den ich auf ein oder zwei Rechtschreibfehler auf seiner Homepage hingewiesen hatte, der auch Verstärkung und Entlastung im Büro gebraucht hätte, aber dessen Budgetplanung mein bisheriges Gehalt leider gesprengt hätte.

Mit Bedauern haben wir damals festgestellt, dass wir uns da wohl nicht einig werden können – die zwei kleinen Fehler auf der Homepage habe ich gerne kostenlos aus Sympathiegründen korrigiert.

Aus den Aussichten für eine Festanstellung für mich sind bis zur Schließung des Betriebes drei geworden, in völlig unterschiedlichen Branchen.

Wir sind trotzdem über Monate, während ich noch am Altfirma abwickeln war und der junge nette Malermeister sich unternehmerisch wegen der Anstellung einer Sekretärin/Bürokauffrau beraten ließ, immer in Kontakt geblieben.

 

Jetzt bin ich bereits in den 50ern, arbeite seit Monaten für genau diesen netten, jungen, kreativen Malermeister – ein Schritt von ihm in meine Richtung, ein Schritt von mir zurück in Sachen Gehaltsanspruch – und ich habe keinen einzigen Tag bereut.

In der Position gleich unter dem Firmeninhaber war ich schon zweimal in meinem 31-jährigen Berufsleben tätig; aber solch ein Vertrauen ab dem ersten Tag, auch solch eine Offenheit in all der Zeit zuvor schon, solch eine nette Arbeitsatmosphäre habe ich noch nie erlebt!

Es ist schön, wenn man Urlaub hat.
Es ist schön, wenn man sich nach dem Urlaub wieder auf die Arbeit und das Büro, den Chef, die Kollegen freut!!

Ein Hoch auf meinen Chef!

Aus diesem Grund bekommt er nach meinem Urlaub auch ein besonderes Glas von meinem selbst eingemachtem Gemüse: für den besten Chef !!"

IMAG1998

 

Geschrieben von Conny Lederer

1 Antwort

  1. Hallo Alex! schön zu lesen das Zufälle zu diesen Ergebnis verhelfen können! Besonders bei den Mitarbeitern. So ganz ein Zufall war es im deinem Fall wohl nicht. Eine Basis wird das erste Gespräch/Eindruck auf beiden Seiten hinterlassen haben! Die Sekretärin ist in einer Firma oft der rote Faden neben dem Inhaber der Firma. Ein Vertrauensverhältnis ist die notwendige Basis um den Betrieb täglich neu mit Service und vielen kleinen Ideen zu verbesseren. Unsere Sekretärin in Spe würde genau dem beschriebenen Profil entsprechen. ~ Erfahrung in der Brachnche und mit einem guten Händchen für die Arbeit und den täglichen Herausforderungen ~ Ich kann leider von keinen guten Erfahrungen berichten! Die 2 Sekretärin die ich je in meiner beruflichen Laufbahn angestellt habe ist wie ihre Vorgängerin nach sehr kurzer Arbeitszeit in den Krankenstand förmlich verschwunden. Die Anstellungen liegen einige Jahre auseinander. Es zeigt nur zu gut das die kommende Sekretärin einen von Beginn an schweren Stand haben wird ein Vertrauensverhältnis mit mir auf zu bauen. Viele tausend Euro Kosten und keine 5 versendeten Briefe sind eine Katastrophe für eine kleine Firma. Das zeigt wie bedeutend Personal mit guten Verantwortungsbewußtsein ist. Wir suchen weiter

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