Reaktionen und Feedback zu – Das Handwerk schafft sich ab

Unfassbar!

Dieses Wort habe ich in den letzten Tagen wohl am häufigsten benutzt. Was war passiert?

Am 01.03.2017 habe ich meinen Blogbeitrag auf meiner Homepage veröffentlicht und auf Facebook geteilt. Ein Blogbeitrag, entstanden aus einer alltäglichen Situation, leider einer negativen.
Dass dieses Thema ein großes Thema ist, war mir durchaus bewusst. Was dann jedoch passierte, war unfassbar!

Ein paar Zahlen: (Stand 07.03.17)

Besucher auf unserer Homepage bzw. auf unserem Blog                                             280.655

Erreichte Personen bei Facebook (nur mit diesem Beitrag)                                          131.825

Erreichte Personen bei Facebook (MZ Regensburg am 01.03.)        über                    40.000            

Mein Beitrag wurde insgesamt auf Facebook über 800 mal geteilt!

Über 300 Kommentare auf Facebook, per Mail und meinem Blog!

Unfassbar!

 

Über 450.000! erreichte Personen mit einem Blogbeitrag der „nur“ die Realität des Handwerks widerspiegelt. Eine Situation, die jeder selbstständige Handwerker egal aus welcher Branche, fast täglich erlebt.

 

In den unzähligen Nachrichten die wir erhalten haben kann man eines grundsätzlich feststellen. Viele, um nicht zu sagen alle, sind sich einig! Es muss etwas passieren im Handwerk!

Besser gestern als heute. Nur was tun?

Diese unfassbare Reichweite rief die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg auf den Plan. Diese wollte über meinen Beitrag berichten.

Die MZ schrieb in ihrem Artikel, auf einer ganzen Seite, von der Revolution im Handwerk!

Wie geht man eine Revolution an?

 

Die ersten Schritte sind gemacht. Bereits am Freitag wurde kurzfristig ein Meeting mit einem Großhändler einberufen, dessen Marketingabteilung auf mich und meinen Blog aufmerksam geworden ist. Definitiv interessant, wenn auch der Handel in solche Gespräche einbezogen wird.

Wenn es uns Handwerkern gut geht, geht es dem Handel auch gut.

In dem MZ-Artikel wurde ein Herr Jocham der HWK Regensburg mit dem Satz zitiert:

 "Dass sich Fachbetriebe gegenseitig unterbieten, kann ich nicht bestätigen." 

 Nach diesem Satz kochten bei mir die Emotionen bereits wieder hoch. Herr Jocham sieht das Problem eher bei nicht-meisterpflichtigen Betrieben und im Nebengewerbe.

 

Im meinem Handwerk gibt es zum Glück die Meisterpflicht („noch“).

Ausnahmegenehmigungen für nicht-Meisterbetriebe erteilt, wenn dann die HWK oder Herr Jocham?
Dass ein Nebengewerb´ler zum Problem wird kann natürlich mal passieren. Ich jedoch für meinen Teil muss ganz klar sagen, dass ich mich in den seltensten Fällen mit einem Nebengewerb´ler um einen Auftrag streiten muss.

 

Meine Mitbewerber sind zu 98 % Meisterbetriebe!

Die meisten Meisterbetriebe in Regensburg schaffen es nicht, sich am Markt entsprechend zu positionieren und dadurch können viele nur über den Preis an Aufträge kommen.

 

Viele halten an veralteten Strukturen fest, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind! Getreu dem Motto: Das haben wir schon immer so (schlecht) gemacht, dann machen wir das weiter so (schlecht)!

 

Ich hatte einmal eine Diskussion mit einem „Kollegen“ aus Regensburg. Es ging um ein Objekt wo ich nach Erhalt des Submissionsergebnisses einfach mal nachgefragt habe, wie er denn solche Preise machen kann.

 

Seine Antwort: „Ich habe 30 Mitarbeiter und die brauchen Arbeit! Das kannst du mit deinen 5 Malern nicht beurteilen“

Alex Baumer: „Schon mal dran gedacht, die Firma zu verkleinern um nur noch lukrative Aufträge auszuführen und nicht mit irgendwelchen Projekten die Firma „groß“ zu halten und schlechte Aufträge zu subventionieren?“

Antwort: „Die Firma hat seit Generationen 30 Mitarbeiter das bleibt so, außerdem hol ich mir über Nachträge meine Gewinne oder führe eben nicht alle Leistungen aus, so bleibt mir schon was über!“

Ja, so was kommt von einem Meisterbetrieb liebe HWK, die sich ja laut Aussage von Herrn Jocham nicht unterbieten.

 

Wie geht es aber nun weiter. Aufgrund der Tatsache, dass sich so viele Personen, Unternehmer und Gleichgesinnte bei uns gemeldet haben, bleibe ich natürlich dran.

 

Herr Jocham bekam von mir eine Mail, dass ich seinen Satz so nicht stehen lassen kann und ich ihn gerne einlade, die Realität hautnah zu erleben.

 

Die Reaktion kam unerwartet schnell. Nach einem angenehmen Telefonat wurde für diesen Donnerstag ein Termin bei der HWK vereinbart, um erste Gespräche zu führen! Dieses Angebot habe ich selbstverständlich angenommen.

 

Dazu nun mein Aufruf an euch alle.

 

Mit euren Reaktionen und Kommentaren habt Ihr alle gezeigt das Ihr die Revolution wollt.

 

Wir haben alle Nachrichten und Kommentare ausgedruckt, nach Themen, Branchen und Bundesländern sortiert. Diese werde ich alle der HWK überreichen und teilweise Themen daraus aufnehmen.

 

Nehmt euch die Zeit und schickt mir Eure Erfahrungen, Eure Ideen für Verbesserungsvorschläge und alles was Ihr ändern wollt, an die info@malermeister-baumer.de oder schreibt uns über unser Kontaktformular

 

Nur zusammen können wir etwas erreichen! Wir sind das Handwerk. Wir sind die Wirtschaftsmacht in Deutschland! Ohne uns geht nichts! Starten wir die Revolution!

 

DANKE FÜR ALLE NACHRICHTEN, KOMMENTARE UND MAILS!!!! UNFASSBAR!!!

Jetzt aber nicht aufhören, es geht gerade erst los. Die erste Welle war schon ordentlich, aber es gibt viel zu tun!

 

Euer Handwerkskollege Alexander Baumer

#RevolutionHandwerk

4 Antworten

  1. Hallo Herr Kollege "Revoluzionär", hoffe die Ansprache stimmt heute aktualisiert... ist schon beeindruckend, welches Brett Sie losgeschlagen haben. Ja so tickt die Welt i. M., die Sozial Medien machen es einem auch leicht hier Luft ab zu lassen... aber ändern tut sich wohl nichts...upps, keine Angst ich entwickle mich hier nicht zum Pessimisten, im Gegenteil: Als einer der seit Jahren sich dieser Problematik stellt. Tagtäglich. Und dagegen ankämpft. Mal mehr, mal weniger von Erfolg gekrönt. Also wie stemmen wir uns dagegen? Das Wesentliche erklärt sich in der Zusammensetzung unserer Kunden. Hauptsächlich Privat, etwas Eigentumsverwaltung und dann freie Netzwerke mit anderen Handwerks- und auch Kollegenbetrieben. Gerade die Netzwerke sind i. M. ein wichtiger Auftragsvermittler. Es macht uns eine Freude andere Gewerke immer wieder bei Beratungen offensiv zu empfehlen und da die Betriebe ähnlich u. o. sogar manchmal besser als wir unterwegs sind, kommt die gute Empfehlung positiv zu uns zurück. Wir empfehlen, weil der Kunde ein Problem hat, das wir zu lösen versuchen. Dabei ist "Geschäft" nicht vorder-gründig, sondern die Freude des Helfens. Es ist auch keine monetäre Überlegung!! So generieren wir immer wieder neue Aufträge für uns und andere. Dann kommt natürlich dazu, dass wir - und sagt das nicht ohne Stolz - auch heute als "Marke" wahrgenommen werden. Das aber... ist ein brutal langer Weg und bedarf der täglichen Arbeit, aber wenn man dann den Erfolg aufgrund dieser stetigen Arbeit an sich und seinem Wirken spürt u. o. erlebt... ist das wie Dessert für die Seele. Grundsätzlich gibt es kein Patentrezept. Aber es gilt, von nichts kommt nichts. Nie aufgeben, einfach sein Können und Talent und die Liebe zu unserem tollen Handwerk in die Waagschale werfen... und jeder für sich, sollte hier seinen Weg selbst bestimmen, da nur jeder für sich der Spezialist für sein Leben ist. Die Schuld bei anderen u. o. Umständen etc. zu suchen ist sehr bequem und "in", löst aber rein gar nichts!!! Es ist jedem seine eigene Entscheidung beim Billigerseinspiel mit zu mischen. Und damit das Spiel des möglichen Kunden "bei wem spar ich am meisten?" zu unterstützen... Ja, Kollege Baumer Solitarität unter uns Brüder des feinen Malerhandwerks ist oft ein weltfremder Begriff. Jeder ist sich doch der Nächste, ist da angesagt... und dagegen wehre ich mich. Das braucht es nicht. Ich freue mich über jeden Kollegen, der einfach klasse unterwegs ist... und uns und unserem Handwerk alle Ehre macht. Ich neide anderen nicht die Aufträge u. o. Erfolg, im Gegenteil es motiviert mich... weiter an mir, u. unserem Betrieb zu arbeiten. Mir macht es auch nichts aus, wenn man mich einen Naivling im Bezug zu dieser Betrachtungsweise nennen würde... in meiner Sicht der Dinge setzt sich langfristig immer das Gute durch. Abschließend wünsche ich mir, dass die zahlreichen Kollegen und Kolleginnen die Ihnen und Ihrer Aktion jetzt so zu jubeln, nun auch in ihrer täglichen Arbeit hier ansatzweise mal diesem Kampf und Krapf sich nicht stellen, sondern nach anderen Wegen für sich und ihre Betriebe suchen. Denn wenn auf einmal die Handwerker nicht mehr sich in die Billigpreisspirale begeben...und vor dem suchenden Kunden den Spielverderber geben, ja dann könnte sich was ändern. Aber anfangen muss dann jeder bei sich und nicht auf den anderen zeigen, "mach mal"... Nicht aufgeben Kollege!! Es grüsst herzlich und solidarisch kollegial aus der Schwabenmetropole Erwin Schröter
  2. Also zu allererst auch von mir "ich bin ja sooo beeindruckt von der ganzen Geschichte hier" !!!! Ich halt mich ganz kurz. Bin auch Handwerksmeister (Maler, 37) und seit über 10 Jahren nur in München aktiv als Pendler Woche für Woche (kommme aus Thüringen). Ich find es Klasse das du mal die HWK ansprichst weil sie in meinen Augen ja auch mit dran Schuld sind. Warum stehen die HWK und Innungen nicht wirklich hinter uns ?? Sie haben vergessen das wir Tag für Tag ihre Arbeitsplätze finanzieren !! Ohne uns würden Sie garnicht existieren !!! Das wird leider all zu oft vergessen !!! Da platzt mir immer wieder der Kragen !! Also bitte soooo weitermachen und wenn es zu Gesprächen kommt denen mal ruhig den Kopf waschen wenn man mal schon in so eine Situation kommt !! Mit recht herzlichen Gruß A. Bergner
  3. Hallo Herr Bäumer, ich bin letztens über diesen Beitrag gestolpert und hatte noch überlegt, ob ich diesen in meine freitagliche Wochenschau mit aufnehmen soll. Irgendwie habe ich das dann aber doch verbummelt. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt einen Nachfolgebeitrag gibt, bzw. Sie die Reaktionen niedergeschrieben haben. Ich hatte, obwohl ich nicht in der Handwerksbranche unterwegs bin, nur noch mit dem Kopf geschüttelt. Leider ist dieser erbitterte Preiskampf auch sehr deutlich und manchmal beinahe schmerzhaft in meiner Branche zu spüren. Hier unterbieten sich die Dienstleister aus dem Online-Marketing-Bereich dermaßen, dass die Kunden mittlerweile kaum noch bereit sind, für Dienstleistungen auch angemessen zu zahlen. In der Webdesign-Branche geht es sogar soweit, dass die Mitbewerber bei den Referenzen der jeweiligen Konkurrenten nachsehen und dann den Kunden eine EMail schreiben oder sie sogar anrufen um diese abzuwerben. Ob die Kunden dann allerdings wirklich gut bedient werden, steht dann meistens noch in den Sternen. Sie sehen nur noch den günstigeren Preis und überlegen auch gar nicht lange, ob der jeweilige Dienstleister das einhalten kann, was er verspricht. Oftmals zahlen sie am Ende sogar noch teuer drauf. :-( Da werden Seminare und Webinare verkauft indem der Kunde hinterher enttäuscht ist und den sozialen Medien den Rücken zuwendet. Bei dem ganzen Bullshit ( bitte entschuldigen Sie den nicht ladyliken Ausdruck) geht mir stellenweise oftmals der Hut hoch, den ich nicht aufhabe. Es werden Follower zum Kauf angeboten, es werden Fake Bewertungen durch das Netz geschickt . All das wird dem Kunden gesagt, er brauche das , damit er sein höheres und besseres Ansehen bekommt. Das dies der Reputation aber nur schadet, das wird natürlich tot geschwiegen. Viele "Experten" geben nur gefährliches Halbwissen weiter und das ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Als OneMan, in dem Falle als EinFrau-Unternehmen kämpfe ich da täglich gegen Windmühlen... Lange Rede, kurzer Sinn: Ich finde es nahezu grandios, dass Sie den Mund aufgemacht haben und aufmerksam auf die Misstände hinweisen Ich werde nun definitiv nicht vergessen, Ihren Beitrag in den #SocialWebNews am Freitag vorzustellen. Je mehr Menschen diesen Beitrag lesen und idealerweise auch weiterteilen, umso mehr können wir alle dazu beitragen, dass die Geiz-ist-Geil -Mentalität hoffentlich bald ein Ende hat. Herzliche Grüße aus Biberach Tina Gallinaro
  4. […] geworden: Kunden werden mit mit Dumpingpreisen angelockt und im Nachhinein kräftig abgezockt. ⇒ Hier findet Ihr die ersten Reaktionen und was sich alles getan hat in den letzten Tagen. Eine wirklich […]
  5. Das die Billigfirmen auch billig arbeiten ist ein Trugschluss. Ein "Billigheimer" mit 60 Angestellten 3 Meistern 2 Sekretärinen und einem großen Lager, hat einen höheren Stundensatz als eine kleine Firma. Das Motto lautet " Billig rein, teuer raus" oder " Ein Auftrag entwickelt sich" Stichworte: Nachtrag, Baubehinderung, Baubeschleunigung, etc. Diese Liste kann ich unendlich weiterführen und jedesmal gibt es Geld. Wenn man mit den Bauleitern redet ist es in der Regel immer so, dass die Rechnungssumme mindestens um das doppelte zur Angebotssumme überschritten wird. Im privaten Bereich ist es in der Regel das gleiche. Es streicht keiner für 1,50 Euro eine Wand und es gibt auch kein WDVS für 60 Euro. Das sind Lockangebote.

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