Tradition trifft Moderne

Das Malerhandwerk ... künstlerische Freiheiten, kreative Gestaltungen, schier unendliche Möglichkeiten der Farbgestaltung oder wie aktuell leider oftmals wahrgenommen, Eimer aufreissen und tausende Quadratmeter anschmieren!

 

Wie beeindruckend unsere Handwerkskunst jedoch sein kann, möchte ich euch anhand eines ganz speziellen Projekts näherbringen.

Wie so oft, wenn wir auf unsere Baustellen kommen, sind die Wände bereits weiß gestrichen. Einer meiner Malerkollegen hat also seine Arbeit bereits verrichtet. Jetzt kommen wir ins Spiel.

Wir, das sind in diesem Fall mein geschätzter Kollege Florian Geyer, der seit knapp einem Jahr mit seiner Firma & Marke „DER Kunstwerker“ unfassbar schöne Wandmalereien umsetzt und meine Wenigkeit. Der Auftrag und die Ideen des Kunden waren herausfordernd und inspirierend zugleich.

 

Der Taj Mahal als Wandmalerei an einer Schlafzimmerwand.

 

Eine Grabstätte für ein Schlafzimmer? Wer möchte denn sowas?

Wenn man der Geschichte oder Wikipedia glauben schenken darf, wurde der Taj Mahal vom Großmogul Shah Jahan, in Gedenken an seine große Liebe Mumtaz Mahal errichtet. Als Zeichen der endlos großen Liebe. Der Taj Mahal wird auch als „das Tor zum Himmel“ bezeichnet. 2007 wurde der Taj Mahal zu einem der sieben Weltwunder gewählt.

Mehr Erklärung bedarf es wohl nicht.

 

Nun ging es aber um die Umsetzung. Es ist sehr interessant, denn jeder Maler hat in seiner Ausbildung gelernt, Farbtöne zu mischen, Licht und Schatten zu inszenieren und Linien mit einem Malstock zu ziehen. Malstock…….  (!)

Ja, viele meiner Kollegen werden sich erinnern.

Das war dieser lustige Stock mit dem Stoff- oder Wollebommel an einer Seite. In einer der ersten Stunden in der Berufsschule hat wohl jeder so einen Malstock gebastelt. Manche dieser Unikate überlebten sogar bis zur Gesellenprüfung. Doch dann? Mich würde wirklich interessieren wie viele Maler heute ihren Malstock noch besitzen. Ich gebe zu, ich habe meinen auch nicht mehr.

Klar in der heutigen Zeit, in der alles nur noch schnell gehen muss, werden auch die Herausforderungen anders. Wo man früher geduldig seine feinen Linien gezogen hat, muss man heute schnellstmöglich die Fassade oder das Haus streichen. Eine handwerkliche Herausforderung? Wohl kaum.

Zurück aber zu unserer Herausforderung. DER TAJ MAHAL

 

Mit einem Foto als Vorlage ging es an die Arbeit.

 

Im ersten Schritt wurden alle zu schützenden Wand – und Bodenflächen sorgfältig abgedeckt. Warum dies so wichtig ist lesen Sie hier

 

Anschließend wurde die zu gestaltende Wand mit einem harmonischen Farbverlauf, mittig hell bis außen dunkel, versehen. Die dadurch entstehende Tiefenwirkung lässt den Tempel später noch echter und plastischer wirken.

 

Für Flo ein Kinderspiel. Im Handumdrehen waren die Farbtöne (ca. 8 unterschiedliche Tönungen) gemischt und der Farbverlauf an die Wand gebracht. Nun wurde es spannender.

 

Der Taj Mahal, die einzelnen Säulen, sowie alle notwendigen Linien wurden mit Bleistift skizziert.

Hier war Geduld gefragt. Die richtigen Proportionen sind entscheidend für das gewünschte Resultat.

„Ein paar Schritte zurückgehen, Bild betrachten, weitere Details skizzieren!“

So ging das gefühlte Stunden.

Das Skizzieren war abgeschlossen. Es war Zeit für ein kurzes Kundenfeedback, ob alle Details wie gewünscht vorhanden sind und ob die Größe der Malerei auch Zustimmung findet. Alles wurde abgenickt und wir konnten mit dem letzten Arbeitsschritt an diesem Tag loslegen.

 

Die Outlines, wie man heute so schön sagt, also alle Außenlinien wurden mit einem mittleren Farbton nachgemalt. So entstand nach und nach ein grobes Bild des beeindruckenden Tempel Taj Mahal.

 

8 Uhr - Zweiter Tag und jetzt ging es erst richtig zur Sache.

 

Der Grundton wurde über den gesamten Tempel „gelegt“.

Anschließend die ersten Licht und Schatten Effekte eingezeichnet.

„Ein paar Schritte zurückgehen, Bild betrachten, weitere Details einzeichnen!“

 

Diese immer wiederkehrende Betrachtung hatte zufolge dass Flo und ich uns immer weiter in diese Aufgabe vertieften. Ich will fast sagen „reinsteigerten“.

 

Hier könnten wir noch eine Linierung anbringen!“

„Hier wäre eine schöne Schattenlinie toll!“

„Lass mich hier mal noch einen Ton zwischenlegen, ja so ist es perfekt!“

 

So in etwa ging das den ganzen Tag.

 

18 Uhr – Der Taj Mahal war nun schon gut zu erkennen. Unser Kunde war jetzt schon begeistert. Nach einer kleinen Stärkung ging es für uns jedoch nochmal in die Vollen.

 

Gut zu erkennen!? Bei gut fangen wir gerade erst an!

 

Im unteren Bereich könnten wir noch eine Mauer einzeichnen, damit würde das Ganze noch mehr Tiefe bekommen!“

„Ich fange dann schon mal an, die kleinen Ornamente mit Licht und Schatten abzusetzen!“

Und so weiter…

 

Und dann war es vollbracht.

1 Uhr! Ja es war wirklich schon 1 Uhr nachts, als wir die letzten Pinselstriche gezogen hatten. Wie die Zeit doch vergeht, wenn man sich zu 100 % auf seine Arbeit konzentriert und diese auch noch so viel Spaß macht.

 

Eine einzigartige Wandmalerei, erstellt aus alter Tradition von modernen und innovativen Machern.

Die nächsten Anfragen für solche Unikate sind bereits eingegangen. Demnächst wandern wir über die Dünen von Sylt. Aber dazu bald mehr.

Wie gefällt euch die Wandmalerei? Wolltet Ihr auch schon immer so zeichnen können? Habt Ihr Kunden, die sich für solche Wandmalereien interessieren. Schreibt mir dazu doch eine Mail oder einen Kommentar.

Und jetzt liebe Malerkollegen, habt Ihr euren Malstock noch? Schickt mir doch ein Foto 😊

 

euer Alexander Baumer

 

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein um hier zu kommentieren